Andachten

Andacht

Andacht 19.05.2019

15. Mai 2019 | Wilfried Krause

Andacht 19.05.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes. - Epheser 4,30 / Wollte ich alle Menschen aufzählen, die ich im Laufe meines Lebens durch meine Worte oder mein Verhalten traurig gestimmt habe, würde es eine lange Liste werden. Von etlichen weiß ich, dass meinetwegen ihre Freude eine Zeit lang von ihnen gewichen ist. Dazu gehören Verwandte, Freunde und Menschen, die meinen Glauben teilen. Nicht immer habe ich es sofort gemerkt, weil sie mein unbedachtes Auftreten einfach „geschluckt“ haben. Einige fanden den Mut, mich diesbezüglich anzusprechen. Bei mir besonders nahestehenden Menschen merke ich es in der Regel selbst, aber auch nicht immer. Umgekehrt weiß ich jedoch auch, wie es ist, betrübt zu werden.Im obigen Bibeltext geht es um den Heiligen Geist, den wir traurig stimmen können. Das kann, wie im zwischenmenschlichen Bereich, auf vielerlei Weise geschehen. Viele von uns haben irgendwann dem Herrn Jesus Christus gelobt, ihm den ersten Platz im Leben einzuräumen. Wenn ich dann meinen Tages- oder Wochenablauf kritisch betrachte, muss ich feststellen: „Gott zuerst“ sieht oft anders aus. Auf manchen Wegstrecken lasse ich mich von den anstehenden Aufgaben treiben, ohne danach zu fragen, ob mein fleißiges Tun dem Willen Gottes entspricht. Ein anderes Mal poche ich auf mein Recht, anstatt mich in Güte zu üben. Das macht den Heiligen Geist traurig – wie jede Sünde.Was tun? Klar, nicht mehr sündigen. Aber mit dieser Anstrengung bin ich nicht weit gekommen. Wesentlich effektiver war es für mich, eine „Gut-seh-Brille“ zu gebrauchen. Diese Brille ermöglicht es mir, zuerst die angenehmen Seiten meiner Zeitgenossen zu entdecken. Seit ich das so mache, finde ich Frau S. wesentlich sympathischer und staune über das, was sie leistet. Wie sie ihren kranken Mann pflegt, verdient meine größte Anerkennung. Vorher fiel es mir schwer, ihr zuzuhören und sie zu achten, wenn sie über die „schlechten“ Nachbarn klagte. Dieser schwarze Punkt ist nicht weg, doch meine Gut-seh-Brille hilft mir, bei ihr und anderen Gutes und Lobenswertes zu entdecken. Ich bin sicher, an dieser Seh-Methode hat der Heilige Geist auch seine Freude, und diese Freude gibt er an uns weiter. Ein betrübter Heiliger Geist lähmt fröhliche Nachfolge Jesu. Deshalb wollen wir nachdenken, wie wir ihn erfreuen können. Wer Gutes sagt, singt und tut, der liegt immer richtig.

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