Andachten

Andacht

Andacht 12.05.2019

12. Mai 2019 | Elí Diez-Prida

Andacht 12.05.2019

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

[Hagar] nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. - 1. Mose 16,13 / Gruppengesprächsleiter kennen die Herausforderung: Da gibt es Teilnehmer, die sich ständigmelden – wie bremst man sie diplomatisch-freundlich, damit sie das Gespräch nicht monopolisieren? Dann gibt es jene, die aufmerksam zuhören, aber nichts sagen – mit welchen Fragen könnte man sie aus der Reserve locken? Und dann gibt es die Schüchternen, die sich so zaghaft melden, dass man sie leicht übersieht, – und die sich danach nicht mehr trauen, etwas zu sagen.Dieser dritten Gruppe Aufmerksamkeit zu schenken, das zaghafteste Signal zu erkennen und mit wertschätzender Ermutigung darauf einzugehen gehört zu den täglichen Herausforderungen in Kindergarten und Schule. Übersehen zu werden, das schmerzt aber auch uns Erwachsene. Ob am Arbeitsplatz, im Haushalt oder unter Freunden. Wenn jemand so tut, als wären wir Luft, dann fühlen wir uns verloren und verlassen, wert- und nutzlos.So ähnlich muss sich Hagar, die ägyptische Magd von Abrams Frau Sarai, gefühlt haben, als sie aus dem Haus ihrer Herrin floh. Diese hatte ihre Magd immer wieder gedemütigt, weil Hagar schwanger geworden war, Sarai selbst aber keine Kinder gebären konnte.Verloren und verlassen, wert-, nutz- und rechtlos: So kam sich Hagar in der Wüste vor. Bis der Engel Gottes ihr erschien und ihr bestätigte: „Der HERR hat dein Elend erhört.“ (V. 11) Er machte ihr Hoffnung, gab ihr und ihrem Sohn Ismael eine Zukunft. Danach bedankte sich Hagar bei Gott mit einem wunderschönen „Kompliment“: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (V. 13) Was für eine wunderbare Gewissheit: Gott übersieht dich nicht! Du musst dich nicht „in Szene setzen“, damit er dich sieht oder dein Gebet hört. Ob du mutig auftrittst oder eher ängstlichzurückhaltend bist: Gott ist ein Gott, der dich sieht. Er achtet nicht nur auf jene, die laut, eindrücklich und stilsicher beten können, sondern hört auch dein unbeholfen klingendes Gebet, denn „der HERR ist denen nahe, die zu ihm beten und es ehrlich meinen“ (Ps 145,18 Hfa).Eine Erzieherin mag gegen Ende eines anstrengenden Tages keine Kraft mehr haben, sich noch einem weiteren Kind zuzuwenden. Gott aber wird deinen leisen Ruf hören – und antworten.

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