Andachten

Andacht

Andacht 27.04.2019

27. April 2019 | Alexander Köbele

Andacht 27.04.2019

Bildnachweis: designritter / photocase.de

Der Satan antwortete dem Herrn: „Ja, Hiob ist ein gottesfürchtiger Mann, aber er hat auch allen Grund dazu! Aber wende dich nur einmal gegen ihn und nimm ihm alles weg, was er besitzt – dann wird er sich auf jeden Fall von dir lossagen!“ - Hiob 1,9.11 / Leid – eine der größten Herausforderungen des menschlichen Lebens. So schmerzvoll, so ungerecht und dabei vielschichtig und individuell, dass wir kaum nachvollziehen können, wie es den Betroffenen dabei wirklich geht. Diese Ohnmacht anzuerkennen wird uns im Umgang mit dem Leiden anderer zurückhaltender werden lassen. Meist gibt es dabei ohnehin nichts zu erklären. Besser sind Zuhören und Mitfühlen, Trost zu spenden und Gott um Kraft zu bitten, es zu (er)tragen.Die Frage nach dem Warum des Leidens hat schon viele an Gott und seinem Gutsein zweifeln lassen. Und nicht wenige lehnen Gott aufgrund von schmerzlichen Erfahrungen ab. „Wie kann ein liebender Gott so etwas zulassen?“ Diese Frage ist verständlich, trotzdem führt sie meist in eine Sackgasse. Auch wenn wir das Leid als solches verstehen können – es ist die Folge der Sünde in unserer Welt –, so bleibt es im Einzelnen unverständlich, schmerzhaft und verstörend. Nicht jedes Leiden hat eine konkrete Ursache oder lässt sich erklären. Es bleibt qualvoll und unbegreiflich.In dem heutigen Bibeltext finde ich eine andere Fragestellung verborgen: „Weshalb glaube ich?“ Folge ich Gott nach, weil ich mir dadurch Vorteile, biblisch ausgedrückt „Segen“, erhoffe? Nicht, dass Gott uns nicht mit vielem beschenkt, doch als einzige Motivation für den Glauben reichen diese Dinge nicht aus. Gerade die ärmsten Menschen lehren uns, dass ein starker Glaube nicht von materiellem Wohlstand abhängt. Häufig ist es genau umgekehrt.Satan behauptete, Gott habe sich die Treue Hiobs erkauft. Ohne den offensichtlichen Segen würde Hiob sich von ihm abwenden. Hiob suche allein seinen eigenen Vorteil und keine von Liebe und Vertrauen geprägte Beziehung zu seinem Schöpfer.Diese Behauptung erwies sich als falsch. Hiobs Beziehung zu Gott war so tief, dass sie von äußeren Umständen unabhängig war. Sein Glaube war weder auf das Gute angewiesen, noch konnte das leidvoll Schlechte ihn zerstören. Ich wünsche uns, dass dies auch für unsere Beziehung zu Gott gilt.

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