Andachten

Andacht

Andacht 07.04.2019

07. April 2019 | Hans Heinz

Andacht 07.04.2019

Bildnachweis: cydonna / photocase.de

Dass aber die Toten auferstehen, darauf hat auch Mose hingedeutet beim Dornbusch, wo er den Herrn nennt Gott Abrahams und Gott Isaaks und Gott Jakobs. Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle. - Lukas 20,37–38 / „Die Menschen verschwinden wie ein Traum“, so heißt es in Shakespeares letztem Drama Der Sturm. Wenn wir uns ausschließlich nach unserer menschlichen Erfahrung richten, müssen wir die Feststellung des Dichters bejahen. Menschen, die wir gut gekannt haben, sind plötzlich nicht mehr da: Bekannte, Freunde, Glaubensgeschwister. Und nach einiger Zeit scheint es so, als wären sie nie da gewesen. Die Kinder erinnern sich noch an die verstorbenen Eltern und vielleicht betrachten noch die Enkelkinder die Fotos der Großeltern, aber dann sind die meisten Menschen vergessen.Da ist es für Gläubige ermutigend und trostvoll, dass die Toten bei Gott unvergessen sind, selbst wenn sie schon lange im Grab liegen. Denn als Jesus diese Worte sprach, waren die Patriarchen schon fast 2000 Jahre tot. Jesus sagt: „Ihm, Gott, leben sie alle.“ Sie sind im Gedächtnis Gottes verankert, um am Ende durch ihn in der Auferstehung zu neuem Leben zu gelangen (Joh 6,40).Wie aber sollen die längst Verstorbenen zu neuem Leben kommen? Die menschliche Vernunft stößt hier an ihre Grenzen. Sie ist aber wohl in der Lage, durch Bilder und Vergleiche zum Glauben zu ermutigen. Martin Luther verglich das gegenwärtige Nichtsein der Toten und ihre Auferstehung am Ende der Zeiten mit der Zeugung und der Geburt des Menschen. Vor der Zeugung existiert der Mensch noch nicht, aber er ist potenziell in seinen Eltern auf die Geburt hin angelegt. Der Reformator sagte, er ist auf der „Anfahrt“ zur Geburt. Ähnlich ist es mit den Toten. Noch sind sie nicht existent, aber bei Gott sind sie schon auf das kommende Leben hin gedacht.Vielleicht hast du, der du diese Zeilen liest, gerade einen lieben Menschen verloren. Vielleicht trauerst du immer noch um den geliebten Freund, die Freundin, den Ehegefährten oder Vater und Mutter, die dich schon vor langer Zeit verlassen haben. Fasse Mut! Jesus versichert dir, Gott, der Schöpfer und Neuschöpfer, erinnert sich aller Toten und er wird die Gerechten in Neuheit und Herrlichkeit lebendig machen.

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