Andachten

Andacht

Andacht 18.03.2019

18. März 2019 | Hartwig Lüpke

Andacht 18.03.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, und meine Herrlichkeit beschließt euren Zug. - Jesaja 58,8 / Ein seltsamer Text, oder? Müsste es nicht heißen: Gott geht in seiner Herrlichkeit vor euch her und dann folgen eure barmherzigen Taten? Diese Reihenfolge wird in vielen Texten der Bibel bezeugt (z.B. Jes 52,12). Zuerst handelt Gott an uns, und dann sind auch wir in der Lage, seinem Geist gemäß zu leben. Unser Andachtswort aber wendet sich an Menschen, die bereits an Gott glauben, die in „Israel“ angekommen sind, die zu seiner Gemeinde gehören. Ihnen gilt die Aussage, die mich bewegt: „Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, und meine Herrlichkeit beschließt euren Zug.“Im Zusammenhang des Textes geht es um das richtige Fasten. Ich weite den Gedanken aus, wende ihn an auf mein Leben mit Jesus und auf meinen Dienst für Jesus. Ich möchte Gottes Herrlichkeit erleben, sein klares Handeln, seine Wirkkraft in der Predigt und nach der Predigt, im Gemeindealltag, in Streitfragen und beim Ringen um Problemlösungen. In all dem wünsche ich mir, Gottes Herrlichkeit würde sich unübersehbar zeigen. Nun aber lese ich: unsere Barmherzigkeit zuerst; unser verantwortliches Reden und Handeln zuerst, dann zeigt sich Gottes Herrlichkeit. „Die Herrlichkeit Gottes beschließt den Zug.“ Die folgenden Verse werden noch deutlicher: „Hört auf, verächtlich mit dem Finger auf andere zu zeigen, macht Schluss mit aller Verleumdung! … Dann wird … die Nacht … zum hellen Tag. Immer werde ich, der HERR, euch führen.“ (Jes 58,9‒11 Hfa)Das Fingerzeigen und verleumderische Urteilen scheint schon im alten Israel das Gemeindeleben beeinträchtigt und Gottes Wirken behindert zu haben. Es ist deshalb so schlimm, weil ständig geäußertes Misstrauen eine Gemeinschaft zerstört und das geschwisterliche Miteinander unmöglich macht. Unverantwortliches Reden und Handeln ist immer unbarmherzig. Das Fingerzeigen ist immer Ausdruck einer Selbstgerechtigkeit, die dem anderen keine Chance gibt, ihm die Aufrichtigkeit oder sogar das Heil abspricht.Gott möchte, dass wir barmherzig und wahrhaftig „fasten“, reden, schweigen, handeln, beten. Wo das geschieht, kann seine Herrlichkeit erlebbar werden. Auch in diesem Zusammenhang gilt: Gehorsam gegenüber Gott bewirkt Vollmacht von Gott.

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