Andachten

Andacht

Andacht 15.03.2019

15. März 2019 | Josef Butscher

Andacht 15.03.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Gott aber sei gedankt, der uns allezeit im Triumph mitführt in Christus und offenbart den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten! Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch Christi unter denen, die gerettet werden, und unter denen, die verloren werden: diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Und wer ist dazu tüchtig? - 2. Korinther 2,14–16 / Das vorherrschende Wort in diesen Versen lautet „Geruch“. Wir alle wissen, dass es angenehme Gerüche gibt und solche, die wir kaum ertragen können. Ich denke an meine Kindheit auf dem Lande zurück. Ein paar Häuser von unserem Haus entfernt stand in einem Bauernhof ein großer Lindenbaum, der in der Blüte wunderbare Gerüche verbreitete. Zu demselben Bauernhof war ich als kleiner Junge auch oft mit einer Milchkanne unterwegs, um sie mir auffüllen zu lassen. Auch frische Milch duftet gut. Wenn allerdings die Zeit kam, in der der Bauer Schweine schlachtete, und ich in der Küche den Dunst beim Kochen des Fleisches einatmen musste, wurde mir fast schlecht.Was hat der „Geruch“ mit dem Christsein zu tun? Es gibt Christen, in deren Nähe man sich wohlfühlt, die also gewissermaßen „gut duften“; aber leider gibt es auch solche, die man „nicht riechen kann“, die also für eine unangenehme Atmosphäre sorgen. In Hohelied 4,11 sagt ein Mann zu seiner Liebsten: „Von deinen Lippen, meine Braut, träufelt Honigseim. Honig und Milch sind unter deiner Zunge, und der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon.“ Während in 2. Mose 5,21 die Worte der Aufseher an Mose so lauten: „Der HERR richte seine Augen wider euch und strafe es, dass ihr uns stinkend gemacht habt vor dem Pharao und seinen Großen …“Was bist du, was bin ich für andere? Wohlgeruch oder Gestank? Da wir nicht immer eindeutig das eine oder andere sind, aber grundsätzlich „Wohlgeruch Christi“ sein sollen, ist die Frage berechtigt: „Wer ist dazu tüchtig?“ Das Andachtswort erinnert an antike Triumphzüge, bei denen wohlriechende Essenzen verwendet wurden. Somit erklärt der Text: Du musst nicht auf deine geistlichen Errungenschaften bauen, du sollst nicht auf deine Qualitäten sehen, sondern dich in den Siegeszug des Evangeliums einreihen! Dann verbreitest du Wohlgeruch, der allen zuteilwird, die ihn annehmen.

Zurück