Andachten

Andacht

Andacht 22.01.2019

22. Januar 2019 | Joachim Hildebrandt

Andacht 22.01.2019

Bildnachweis: es.war.einmal.. / photocase.de

Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. - Markus 16,16 / Was meint die Bibel eigentlich, wenn sie von glauben spricht? Jedenfalls nicht das, was meist in unserer Umgangssprache unter glauben verstanden wird: vermuten, meinen, nicht wissen. Viele Christen denken, dass glauben hauptsächlich bedeutet, die biblischen Lehren zu bejahen und zu befolgen, also Glaubensgehorsam zu praktizieren. Doch die Bibel weist uns noch auf eine zweite, bedeutendere Dimension des Glaubens hin: unsere persönliche Beziehung zu Gott und zu Christus. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh 3,16 NLB) Das kleine Wörtchen „an“ ist eins der zwölf deutschen Beziehungsworte. Doch in den anderen germanischen und romanischen Sprachen heißt es nicht an, sondern in Christus glauben. Das entspricht exakt dem griechischen und auch dem lateinischen Bibeltext. Sprachwissenschaftler weisen darauf hin, dass es diese Formulierung nur im Neuen Testament, nicht im klassischen Griechisch gibt.Wieso ist das so wichtig? Es besteht ein großer Unterschied, ob ich etwas an mir oder in mir habe. Das eine ist äußerlich, das andere innerlich. Paulus bekennt: „Ich lebe, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20 NLB) Die Glaubenslehre erfasse ich mit dem Verstand in meinem Kopf, meine Beziehung zu Gott dagegen vollzieht sich in meinem Herzen. „Nicht die Zustimmung des Verstandes zu Theorien und Lehren ist wesentlich, die Gemeinschaft mit Christus ist eine Wirklichkeit, die allem genügt, was für das christliche Leben wichtig ist. […]Wenn Jesus nicht im Herzen wohnt, ist religiöser Dienst nur toter, kalter Formalismus.“ (Arthur G. Daniells: Christus unsere Gerechtigkeit, Advent-Verlag Hamburg, S. 23f.) Ein lebendiger Glaube existiert nur in einer Liebesbeziehung zu Gott, unserem Vater im Himmel, und zu Christus. Paulus betet für seine Glaubensschwestern und -brüder in Ephesus, „dass er [Gott] euch Kraft gebe …, gestärkt zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne. Und ihr seid in der Liebe eingewurzelt und gegründet.“ (Eph 3,16–17)

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