Andachten

Andacht

Andacht 17.01.2019

17. Januar 2019 | Wilfried Krause

Ein einzelner zarter grüner Grashalm vor grünem Hintergrund.

Grashalm

Bildnachweis: judigrafie / photocase.de

Und siehe, ein Mensch war in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm. - Lukas 2,25 / Dieser Simeon aus Jerusalem hatte im oberen Erzgebirge einen Doppelgänger. Unlängst haben wir ihn zweiundneunzigjährig zu Grabe getragen. Wer Siegfried S. kannte, wird mir zustimmen, dass der biblische Steckbrief auch genau auf ihn passte. Das Herz dieses einfachen Mannes aus dem Volk brannte fünfundsiebzig Jahre lang für Jesus. Er liebte seinen Herrn; ihm zu dienen, war sein dringlichstes Anliegen. Zuverlässig und beständig hat er über Jahrzehnte Gemeinde gebaut und geprägt. Junge wie Alte orientierten sich an ihm als einem Mann des Glaubens mit einer sehr liebevollen Ausstrahlung. Seinen barmherzigen Umgang mit anderen Menschen schätzten alle. Siegfried hatte einen Blick für die Leute in der zweiten und dritten Reihe, die er mit seiner Frau immer und immer wieder besuchte. Er gehörte zu den Treuen im Lande, von denen christliche Gemeinden bis heute maßgeblich profitieren.Wie wird man so „gerecht und gottesfürchtig“ wie der Simeon aus Jerusalem und jener aus dem oberen Erzgebirge? Vom zweiten weiß ich, dass er mit siebzehn Jahren eine klare Entscheidung für seinen Herrn Jesus Christus getroffen hatte; und das wird beim jüdischen Vorbild ähnlich gewesen sein. Siegfried S. blieb auch dann dabei, als seine Kriegskameraden sich über seinen Glauben lustig machten. Und obwohl es nicht explizit erwähnt wird, dürfen wir uns Simeon sicherlich als Beter vorstellen. In das Gebet haben beide viel Zeit investiert. In guten wie in schlechten Tagen sind sie darin treu geblieben. Beten verstanden beide als Hören auf Gott und Reden mit ihm. Den Jerusalemer Simeon erreichte dabei eines Tages der Auftrag, in den Tempel zu gehen, um den lange verheißenen Christus zu sehen. Den deutschen „Simeon“ ließ Gott andere Ziele wissen, die er mit seinem DDR-Motorrad bei Wind und Wetter ansteuerte, um vielen die gute Nachricht über diesen Christus zu bringen.Schließlich lebten beide aus Gottes Wort. Bis ins hohe Alter gehörten die biblischen Berichte und Verheißungen zu ihrer geistlichen Speise. Der eine erlebte Trost und Zuspruch in Jerusalem. Der andere gewann daraus Kraft als junger Soldat irgendwo in Russlands Weiten. Solche „Simeons“ geben durch ihr Leben einer Gemeinde Orientierung.

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