Andachten

Andacht

Andacht 05.01.2019

05. Januar 2019 | Günter Schlicke

Andacht 05.01.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Philippus sagte zu ihm: „Herr, zeige uns den Vater! Mehr brauchen wir nicht.“ Jesus antwortete: „Nun bin ich so lange mit euch zusammen gewesen, Philippus, und du kennst mich immer noch nicht? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du dann sagen: ‚Zeige uns den Vater?‘“ - Johannes 14,8–9 / „Ganz der Vater!“, „Ganz die Mutter!“ oder ähnlich sagen wir, wenn uns ein Baby aus dem Kinderwagen mit seinen großen Augen anlächelt oder eine junge Frau dieselbe Figur wie ihre Mutter hat und auch so lacht.Als Jesus auf die Aufforderung des Philippus „Zeige uns den Vater!“ entgegnete: „Jeder, dermich gesehen hat, hat den Vater gesehen“, wollte er damit sagen: „Ich bin doch ganz wie der Vater.“ Damit meinte er natürlich nicht sein Äußeres, seine Gestalt und seine Gesten, denn den Vater kann kein menschliches Auge sehen (1 Tim 6,15–16). Er meinte das Wesen und den Charakter Gottes, der sich in den Worten und Taten Jesu zeigte.Damit korrigierte er auch das Bild der Menschen von seinem Vater.Der wird von vielen als fordernd, grausam und zornig empfunden, nur durch Opfer zu besänftigen. Diese Vorstellung haben sehr viele Christen sogar bis heute von Gott, dem Vater.Indem Jesus die Trauernden tröstete, Verachtete und Verzweifelte annahm, Aussätzige und andere Kranke heilte, zeigte er uns, wie Gott wirklich ist, „denn er selbst, der Vater, hat euch lieb“(Joh 16,27).Wenn wir sagen, „Ganz der Vater!“ oder „Ganz die Mutter!“, wissen wir, dass „ganz“ weder biologisch noch das Wesen betreffend zu 100 Prozent stimmt, aber die Kinder trotzdem in vielem den Eltern gleichen. Genauso soll bei allen, die Gottes Kinder sind (Gal 3,26–27), sein Wesen immer deutlicher sichtbar werden. Das geschieht jedoch nicht von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, der als Heiligung bezeichnet wird. Indem wir Jesus anschauen, wenn wir die Berichte über sein Leben lesen, seinem Vorbild nacheifern und uns von seinem Geist führen lassen, werden wir Stück für Stück (2 Kor 3,18) in Gottes Bild verwandelt, das ganze Leben lang. Dann sehen unsere Familienangehörigen, Freunde und Nachbarn durch uns „den Vater im Himmel“. Vielleicht ermutigt es sie, auch im eigenen Leben positive Veränderungen zu erfahren.

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