Andachten

Andacht

Andacht 03.01.2019

03. Januar 2019 | Hartwig Lüpke

Andacht 03.01.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Werft dieses Vertrauen auf den Herrn nicht weg, was immer auch geschieht. - Hebräer 10,35 / „Ich verstehe dich nicht“, so sagen wir manchmal, obwohl der andere eigentlich unsereSprache spricht. Christen kennen und lieben Gott und sein Wort. Dennoch gibt es Probleme, negative Erfahrungen oder Widrigkeiten, die nicht so einfach in ein Leben mit Jesus zu passen scheinen. Wir sind verunsichert und fragen: Führt er wirklich Regie? Gott scheint auch ein „verborgener“ Gott zu sein. Hatte er nicht schon dem Jesaja signalisiert: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, … soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege“ (Jes 55,8–9)? Manch einer puzzelt gern. Da liegen tausend Einzelteile vor ihm, die es in ein Gesamtbild einzuordnen gilt. Bei vielen Teilen zeigt sich schnell, wo er sie anlegen muss. Bei anderen ist unklar, wohin sie gehören. Vielleicht presst er dann einfach eins in eine Lücke, von der er annimmt, es könnte die richtige sein – bis er merkt: „Nein, so stimmt das nicht.“ Ihm wird klar, dass das gewaltsame Hineinpressen nichts bringt. Wer das Spiel gut versteht, legt die fraglichen Teile erst einmal zur Seite. Irgendwann wird sich zeigen, wohin sie gehören. In unserem Zusammenhang könnte das heißen: Mit dieser oder jener Situation komme ich nicht klar. Ich verstehe Gott nicht. Ich weiß nicht, was er mir sagen will. Ich stehe vor einem Rätsel, stecke vielleicht sogar in einem Glaubensengpass. Aber fragen wir uns doch einmal: Müssen wir wirklich alles, was in unserem Leben oder erst recht in der Welt geschieht, bis ins Detail erklären oder verstehen können? Muss Gott für uns wirklich wie ein aufgeschlagenes Buch sein? Warum werden wir an Gott irre, wenn wir auf Probleme keine plausiblen Antworten bekommen und wenn wir sein Handeln oder Schweigen nicht verstehen, wenn wir ratlos sind? Warum legen wir diese „Puzzleteile“ nicht erst einmal zur Seite und warten, bis sich eine Lösung ergibt? Und wenn sich keine zeigt? Mir ist es tausendmal lieber, in Jesus geborgen zu sein, als jede Unklarheit enträtseln zu können. Dankbar darf ich betend singen: „Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß: Mich hält deine starke Hand. Auch im dunklen Tal der Angst bist du da und schenkst Geborgenheit … Du führst sicher an das Ziel … Meine Seele ist stille in dir.“ (ghs 406)

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