Andachten

Andacht

Andacht 28.12.2018

28. Dezember 2018 | Wilfried Krause

Andacht 28.12.2018

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. - Psalm 104,24 / Beim Jahresschlussgottesdienst sollte ich auf die Frage antworten: „Worauf freust du dich im kommenden Jahr ganz besonders?“ Zum Glück brauchte ich nicht spontan darauf zu reagieren, sondern hatte einige Tage Zeit, um darüber nachzudenken. Sollte ich vielleicht meinen 70. Geburtstag nennen, der in dieses Jahr fiel? So richtig wohl fühlte ich mich nicht, das Ereignis als die Vorfreude des Jahres anzugeben, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich das Erreichen dieser Altersklasse als Auf- oder Abstieg bewerten soll. Etliche andere zu erwartende Höhepunkte fielen mir noch ein, die ich aber alle verwarf.Plötzlich kam mir die „Erleuchtung“, was ich den Gottesdienstbesuchern ehrlichen Herzens sagen könnte: „Ich freue mich sehr darauf, dass bald die Tage wieder merklich länger werden. Bereits in wenigen Wochen scheint noch um 17 Uhr die Sonne und nur vier Wochen später ist es bereits bis 18 Uhr taghell. Was für eine Freude, wenn die Sonne erst um 19 Uhr untergeht! Und sie wird noch höher und höher steigen.“Darauf kann ich mich absolut verlassen. Da kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen, wie vielleicht bei einer lange geplanten Reise. Selbst bedeutende Jubiläen, die wir sorgfältig vorbereiten, bergen Unsicherheiten in sich. In Gottes einzigartigem „Uhrwerk“ läuft alles über Jahrtausende auf die Sekunde genau ab. Obwohl meine astronomischen Kenntnisse sehr bescheiden sind, kann ich nur darüber staunen, wie wunderbar unser Schöpfer alles gemacht hat. Die Bewegung von Sonne und Erde und aller Gestirne zeugen von einer vollendeten Präzision.Für mich leite ich daraus ab, täglich mit Gottes Treue zu rechnen und mich daran zu erfreuen. Es gibt Zeiten, da scheint es im Leben mehr Dunkelheit zu geben als Stunden des Lichts. Aber selbst wenn die Dunkelphasen sich über Tage, Wochen oder Monate ausdehnen, das Licht am Ende des Tunnels erscheint gewiss, wenn wir an Gott und seinen Verheißungen festhalten.Ich darf bekennen, dass es mir an Freuden im Alltag nicht fehlt, doch immer deutlicher verspüre ich, wie die „Freude am Herrn“ noch eine andere Qualität in sich birgt. Sie ist völlig unabhängig von wechselnden Lebensumständen, weil der treue und liebende Gott sich nicht verändert.

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