Andachten

Andacht

Andacht 10.12.2018

10. Dezember 2018 | Beate Strobel

Andacht 10.12.2018

Bildnachweis: view7 / photocase.de

Sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Futterkrippe im Stall. Denn in der Herberge hatten sie keinen Platz gefunden. - Lukas 2,7 / In meiner Schulzeit übten wir schon Wochen vor Weihnachten Krippenspiele ein. Die Rollen der Engel, der Hirten und die von Maria und Josef waren schnell vergeben. Ich bekam jahrelang eine echt undankbare Rolle: die des Wirts, der das heilige Paar mürrisch abweisen muss. Die Person kommt in der Bibel eigentlich gar nicht vor, gehört aber wohl ins Krippenspiel.Die Rolle des Wirts machte am wenigsten Spaß, weil er so ruppig sein musste. Er ist der Einzige, der nicht weiß, wer da geboren werden soll. Allen anderen ist klar, dass es um die Geburt des Heilands geht. Für den Wirt aber sind Maria und Josef nur ein seltsames Paar mitten im großen Andrang von Gästen der Volkszählung; Leute, die viel Arbeit machen und dann wenig zahlen. Er weiß, jetzt muss er schnell entscheiden, damit er das Problem vom Tisch hat. So führt er die beiden in den Stall. Da ist es warm, dafür sorgen schon die Tiere, und eine Futterkrippe mit frischem Stroh ist auch da. Und so wird der Wirt zum eigentlichen Helden des Krippenspiels: Er sieht, was notwendig ist, und tut auf die Schnelle, was er kann.Sich Herausforderungen stellen, Vertrauen und Mut haben, das sind nicht nur Eigenschaften für heimliche, sondern vor allem für echte Helden. Diese Rollen übernehmen im Neuen Testament nicht die Großen und Mächtigen. Es sind die ganz normalen Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen. Diejenigen, die eigentlich etwas anderes zu tun haben, als den Helden zu spielen - wahrscheinlich Leute wie du und ich.Was machen heimliche Helden heute? Zum Beispiel dafür sorgen, dass die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, gut ankommen. Freiwillige und Hauptamtliche, die Unterkünfte bereitstellen, die Sachspenden und Geld sammeln und oft an die Grenzen ihrer eigenen Kraft gehen.Hier schließt sich für mich der Kreis zu den heimlichen Helden wie dem Wirt aus dem Krippenspiel: sich Herausforderungen stellen, Mut und Vertrauen aufbringen. Das geht, weil die Botschaft von Weihnachten über die Feiertage hinaus gilt: „Euch ist heute der Heiland geboren.“

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