Andachten

Andacht

Andacht 22.11.2018

22. November 2018 | Hans-Joachim Scheithauer

Andacht 22.11.2018

Bildnachweis: Fraenzel / photocase.de

„Warum hattet ihr solche Angst?“, fragte Jesus seine Jünger. „Habt ihr denn gar kein Vertrauen zu mir?“ Voller Entsetzen flüsterten die Jünger einander zu: „Was ist das für ein Mensch! Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!“ - Markus 4,40-41 / Als Jesus Sturm und See zur Ruhe gebracht hatte, stellte er seinen Freunden die oben angeführte Frage. Sie waren noch nicht lange bei ihm und mussten sich erst mit der neuen Situation vertraut machen. Jesus kennenlernen mit seiner Liebe, seiner Fürsorge, aber auch mit seinen Möglichkeiten, die oft weit über die menschliche Vorstellungskraft reichten.Angst und Vertrauen. Obwohl die beiden sich eigentlich ausschließen, ist das Gegensatzpaar auch in uns immer wieder vereint. Doch wenn sich Ängste in mir breitmachen wollen, müssen sie nicht die Oberhand gewinnen. Ich kann auf Gott vertrauen, ihm zutrauen, dass er immer für mich ist und mich schützt.Ein Satz ist mir in Erinnerung: „In der Stille können wir zur Ruhe kommen.“ Und auch das Fragen bei den Freunden von Jesus beginnt im Moment der Stille: „Was ist das für ein Mensch? Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm!“ Wer ist dieser Gott, der alle Macht hat und sich um den Menschen, der in Not gekommen ist, kümmert? Er bringt Naturgewalten zum Schweigen, damit der Mensch, du und ich, zur inneren Ruhe kommen können. Ein Gott, der unser seelisches Gleichgewicht wiederherstellt.In der Stille können wir unsere Fragen stellen und mit Gott besprechen. Ulrich Schaffer hat das Fragen und die Stille einmal so beschrieben: „Es gibt kein glücklicheres Zusammensein als mit einem Menschen mit fragendem Herzen. Da hat kein Ende, was es zu besprechen gibt, da weitet sich die Landschaft im Zusammensein, da ist auch die Stille gefüllt und voller Bedeutung. Wo die Haltung des Fragens ist, stellt sich das Wunder ein, und wo sich das Wunder einstellt, da wächst das Fragen.“In Jesaja 30,15 finden wir die Aussage: „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.“ Die Übertragung Hoffnung für alle formuliert es so: „Vertraut mir, und habt Geduld, dann seid ihr stark!“ Immer wieder werden wir von Gott eingeladen, ihm unser ganzes Vertrauen zu schenken. Das ist die Ebene, auf der wir zur inneren Ruhe finden. Sie wird auch das Zusammenleben, unsere Freundschaften und Beziehungen stärken.

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