Andachten

Andacht

Andacht 15.11.2018

15. November 2018 | Wilfried Meier

Andacht 15.11.2018

Bildnachweis: cw-design / photocase.de

Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. - Philipper 3,13-14 / Als bei mir die Zeit und die Erkenntnis kamen, dass ich endlich von gerahmten Diabildern zu Digitalfotos wechseln sollte, war ich gezwungen, vom alten System Abschied zu nehmen. Das war mühselig, denn es waren Tausende, die ich immer liebevoll eingerahmt hatte. Doch das Zeitalter der Digitalisierung war angebrochen und versprach mehr Vorteile und mehr Ordnung. Allerdings bedeutete es gleichzeitig, viele Kästen und Diarahmen zu entsorgen.Obwohl es eine Reinigungsaktion mit Vorteilen war, hatte ich gerade an dieser Stelle meine Schwierigkeiten: Loslassen, Hergeben, Sich-trennen-Müssen - diese Aufgaben gehören nicht zu meinen Stärken.Ich überlegte, auf welche anderen Bereiche meines Lebens dieses Aufräumen übertragen werden könnte. Bin ich in der Lage, die eine oder andere ungute Gewohnheit aufzugeben? Und noch schwerer: Kann ich einen lieben Menschen loslassen, der im Sterben liegt, weil auch Tod und Sterben zum Leben gehören?Ich las einmal den Satz: „Leben ist Gehen auf dünnem Eis.“ Das trifft in der heutigen Zeit besonders auf die vielen Flüchtlinge zu, die aufgenommen und versorgt werden müssen. Sie wissen, dass ihr „dünnes Eis“ die große Ungewissheit ist: Wo werden wir eine neue Bleibe finden und Wurzeln schlagen können? Sie vertrauen darauf und sind gleichzeitig abhängig davon, dass sie in der westlichen Welt wohlwollend empfangen werden.Jesus Christus ist das beste Beispiel dafür, was es bedeutet, die Heimat zu verlassen. Er ging sogar noch weiter: Er opferte sein Leben, damit wir Menschen das wahre Leben durch den Glauben an ihn erhalten. Es ist ein unglaubliches, unverdientes Angebot, wenn er in Johannes 14,3 sagt: Ich will „wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“. Die einzige Bedingung lautet: loslassen und die Liebe von Jesus empfangen.

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