Andachten

Andacht

Andacht 07.11.2018

07. November 2018 | Josef Butscher

Andacht 07.11.2018

Bildnachweis: bit.it / photocase.de

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. - Johannes 3,1-2 / In der Zeitung „Schwäbischer Merkur“ vom 3. Januar 1797 stand folgende Anzeige: „Ludwigsburg. Buchbinder Nast, der Jüngere, wünscht einen jungen Menschen in die Lehre zu nehmen, dem unter der Leitung rechtschaffener Eltern, mit eigenem Antrieb verbunden, Thätigkeit und Artigkeit eingepflanzt wurde. Man verspricht hingegen jede zwekmässige Anstrengung, den Lehrling zu seiner künftigen Bestimmung bestens zu bilden.“ Heute würden wir vielleicht sagen: Herr Nast will einen jungen Mann ausbilden, der gut motiviert an die Arbeit geht, Fleiß an den Tag legt und ein ordentlicher Mensch ist. Ein hoher Anspruch des Meisters.Nach der Luther-Übersetzung wird Jesus im Andachtstext mit „Meister“ angeredet. Im griechischen Neuen Testament steht da das Wort „Rabbi“. Sprachlich geht der Begriff auf eine Wurzel zurück, die so viel wie „groß sein“, „groß angesehen werden“ bedeutet. Womöglich war der verehrte Pharisäer Nikodemus älter als Jesus. Aber er bezeichnete Jesus nicht als einen Rabbi, der seinerseits wieder einen weisen Mann als Lehrer hatte, sondern als einen, der direkt von Gott berufen wurde. Damit brachte Nikodemus Jesus gegenüber eine große Hochachtung zum Ausdruck.Seine Anrede zeigt außerdem an, dass er in der Erkenntnis über Jesus schon weit gekommen war, um darauf aufzubauen. Und was teilte ihm der von Gott gesandte Lehrer nun mit? Das Wichtigste für ihn und überhaupt für jeden: Du musst von Neuem geboren werden! Es genügt nicht, „rechtschaffene Eltern“ zu haben (= aus einer guten Familie zu kommen) und „Artigkeit“ vorweisen zu können (= ein anständiger Mensch zu sein). Ohne Wiedergeburt gibt es kein ewiges Leben!Die einzige Voraussetzung, wenn wir von Christus als Meister lernen wollen, ist Aufrichtigkeit; diese besteht im Wesentlichen in der Einsicht, dass wir Sünder sind und ihn als Erretter brauchen. Aber die Wesensverwandlung schafft allein Gott. Zudem sorgt er dafür, dass wir nicht Lehrlinge bleiben, sondern mündige Christen werden, die ihrerseits auch andere anleiten, Jünger von Jesus zu werden.

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