Andachten

Andacht

Andacht 06.11.2018

06. November 2018 | Joachim Hildebrandt

Andacht 06.11.2018

Bildnachweis: Aaron Burden / Unsplash

Wir haben ja bereits gezeigt, dass alle Menschen - ob sie Juden sind oder nicht - unter der Herrschaft der Sünde stehen. - Römer 3,9 / Um das Thema Sünde geht es von 1. Mose 3 bis Offenbarung 20. In der Großen Konkordanz zur Lutherbibel füllen fünf Seiten die Textstellen über Sünde. Doch wer redet heute noch von Sünde? Einer meiner Kollegen äußerte kürzlich, er gebrauche lieber den Ausdruck Schuld, weil Sünde in unserer Gesellschaft nicht mehr verstanden werde. Der Begriff Sünde könne heute ohne weitere Erklärung nicht mehr so einfach gebraucht werden, las ich in einem Bibellexikon. Doch in der Bibel begegnet uns Sünde auf Schritt und Tritt. Deshalb können wir Sünde nicht einfach weglassen.Das Wesen der Sünde wird uns bereits im dritten Kapitel der Heiligen Schrift deutlich beschrieben, obwohl das Wort selbst darin gar nicht vorkommt. Sünde ist mehr als Schuld, mehr als Übertretung eines göttlichen Gebots. Manche Bibelleser fragen ja im Blick auf den Sündenfall: „Wie kann das Essen einer von Gott verbotenen Frucht so überaus schwerwie-gend sein, dass es nicht nur die Vertreibung aus dem Paradies, sondern den Tod zur Folge hat?“ Im Vergleich zu Betrug und Unzucht, zu Mord und Raub erscheint das doch wie eine Lappalie. Es geht aber nur vordergründig um das Essen einer verbotenen Frucht. Die eigentliche Sünde ist: Der Mensch sagt sich damit von Gott los. Er will selber sein wie Gott.Sünde bedeutet, dass mit dem Menschen etwas nicht stimmt. Er geht in die verkehrte Richtung, nämlich weg von Gott. Paulus erklärt im Römerbrief, die Sünde ist eine Macht, die den Menschen knechtet und von Gott trennt. Sünde ist Gottlosigkeit. Sünde ist lebensfeindlich und bedrohlich.Sünde ist mehr als Schuld. Sie ist im menschlichen Wesen verankert. Es bedurfte der größten Rettungsaktion aller Zeiten, um die Menschen aus dieser Versklavung zu befreien und wieder in die Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer zurückzubringen. Aus Liebe zu den sündigen Menschen opferte Gott seinen Sohn, um sie von der Macht der Sünde zu befreien. Nur wenn wir die leidvolle Macht der Sünde erkennen (vgl. Röm 7,14-25), können wir die erlösende Macht der Liebe Gottes, die sich in Christus offenbart, schätzen und täglich dafür danken.

Zurück