Andachten

Andacht

Andacht 04.11.2018

04. November 2018 | Hartwig Lüpke

Andacht 04.11.2018

Bildnachweis: suschaa / photocase.de

Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie. - Markus 10,13.16 / Kinder hatten schon in der Antike eine große Bedeutung. Sie waren wichtige Arbeitskräfte und bildeten die Altersversorgung der Eltern. Ihre Wertschätzung und Würde erhielten sie aber nur durch das, was sie für die Erwachsenen leisteten. Waren sie in den Augen der Gesellschaft nutzlos, konnten sie ohne Folgen verstoßen oder sogar getötet werden.Im Judentum waren Kinder bedeutender. Und Jesus durchbrach alle Traditionen. Er schätzte und liebte sie einfach deshalb, weil sie Kinder waren.In der Geschichte, aus der unser Bibeltext stammt, spielen die Eltern seltsamerweise keine Rolle. Auch über die Kinder selbst erfahren wir nur, dass sie Kinder waren. Hatten sie gläubige Eltern? Handelte es sich um Jungen oder Mädchen? Waren sie gesund oder hatten sie eine Einschränkung oder Krankheit? Alles, wonach Kinder in der damaligen Zeit beurteilt worden wären, bleibt unerwähnt. Die Kinder waren einfach Kinder.„Seine Jünger fuhren sie an und wollten sie wegschicken.“ (V. 13 GNB) Warum reagierten sie so hart? Waren ihnen die Kinder nicht wichtig genug? „Als Jesus das sah, war er sehr verärgert über seine Jünger und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen. Hindert sie nicht daran!“ (V. 14 NLB) Dass Jesus „sehr verärgert“ war, wird im Neuen Testament nur an dieser Stelle erwähnt. Es ist das schärfste Wort, das jemals für eine Reaktion von Jesus verwendet wird. Siegfried Zimmer übersetzt sinngemäß: „Da platzte ihm der Kragen, da fuhr er aus der Haut“. (Nachteulengottesdienste, S. 69) Die Jünger mögen geschockt gewesen sein, dass Jesus wegen einer Kleinigkeit so deutlich geworden war. Für Jesus aber hatten Kinder einen hohen Stellenwert. Er konnte sogar sagen: „Denn solchen gehört das Reich Gottes.“ (V. 14) Ein solches Versprechen hatte es noch nie gegeben. Es ist das größte Geschenk, das ein Mensch bekommen kann.Mehr als das Reich Gottes gibt es nicht. Die Kinder erhalten es nicht, weil sie noch „unschuldig“ wären, weil sie oder ihre Eltern „kindlich“ geglaubt oder etwas geleistet hätten. Sie erhalten es, weil sie Kinder sind - umsonst, aus Liebe. Das Reich Gottes kennt keine Altersgrenze. Kein Kind muss erst etwas werden oder leisten; es ist schon jetzt ein geliebtes Gotteskind.

Zurück