Andachten

Andacht

Andacht 01.11.2018

01. November 2018 | Roland Nickel

Andacht 01.11.2018

Bildnachweis: boing / photocase.de

Wer Gott dienen will, soll sich nicht herumstreiten, sondern allen Menschen freundlich begegnen, ein geduldiger Lehrer sein, bereit, auch Böses zu ertragen. - 2. Timotheus 2,24 / Dunja Hayali, die langjährige Moderatorin des ZDF- Morgenmagazins, erhielt Anfang 2016 die „Goldene Kamera“ für ihre objektive Berichterstattung über die Flüchtlingskrise. In ihrer Rede thematisierte sie den Hass, der besonders bei diesem Thema die Gesellschaft spaltet und vergiftet. Sie selbst wird immer wieder Opfer verbaler Attacken: „Was da gerade abgeht, ist wirklich mit Verrohung der Sprache überhaupt nicht mehr zu beschreiben. Bedrohung, Beschimpfung, Beleidigung, Vergewaltigungswünsche.“ (www.tagesspiegel.de, 7.2.2016)Dieses Phänomen ist seit einiger Zeit in den sozialen Netzwerken zu beobachten, wenn ein sogenannter Shitstorm über Leute hereinbricht, die zu bestimmten Themen Stellung beziehen. Die Kommentare sind häufig aggressiv, abwertend und von Hass erfüllt. Sie haben mit einer vernünftigen Diskussionskultur nichts mehr zu tun.„Allen Menschen freundlich begegnen“ ist dagegen das Leitmotiv gläubiger Menschen. Selbst wenn Gläubige „Böses“ erleiden, ist das kein Grund, die Fassung zu verlieren und mit gleicher Münze zurückzuzahlen.Leider sind Gläubige in ihren Gemeinden vor solchem Herumstreiten nicht gefeit. Auch hier kommt es zu Beschimpfungen und Unterstellungen, wenn es um Lehrfragen, die Gottesdienstordnung oder Lebensstilfragen geht. Paulus warnt die Gemeindeglieder: „Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.“ (Gal 5,15)Die Gefahr ist real, für jeden von uns. Manchmal ist der Impuls stark, dem anderen deutlich die Meinung zu sagen. Es ist schwer, sein eigenes Verhalten und seine Charaktereigenschaften einfach zu verändern. Deshalb gibt es für Paulus nur einen Weg: „Lebt im Geist“ (V. 16), sagt er. Denn die „Frucht des Geistes“ ist „Freundlichkeit“ (V. 22). Die Veränderung in unserem Leben können wir nicht selbst bewirken. Wir können nur zu Gott kommen und ihn bitten, dass er uns durch seinen Heiligen Geist verändert, damit wir „allen Menschen freundlich begegnen“ können, auch unseren Schwestern und Brüdern in der Kirchengemeinde.

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