Andachten

Andacht

Andacht 29.10.2018

29. Oktober 2018 | Hans Heinz

Andacht 29.10.2018

Bildnachweis: Weigand / photocase.de

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden. - Römer 1,16 / Gute Freunde fragten eines Tages den sanftmütigen und auf Ausgleich bedachten Reformator Philipp Melanchthon, warum er denn so getreu an der Freundschaft mit Martin Luther festhalte, wo doch dieser zwar große, aber auch zuweilen schroffe Mann recht uneinsichtig und starrköpfig sein konnte. Melanchthon antwortete schlicht: „Ich habe das Evangelium von ihm gelernt.“Das „Evangelium“ bedeutet nach Paulus die einzige und allein wahre Heilsbotschaft Gottes an die Menschen, durch die sie aus ihrer selbst gewählten Verlorenheit und Entfremdung von Gott zu Vergebung und Erneuerung in der Gegenwart sowie zu Hoffnung auf ein ganz anderes, ewiges Leben in der Zukunft gelangen können. Diese Zusage verändert den Menschen, der daran glaubt. Während das Menschenwort oft Schall und Rauch ist, hat das Wort Gottes schöpferische Kraft, die aus Altem Neues hervorbringen kann (2 Kor 5,17).Die Reformation hat diese Heilsbotschaft in den sogenannten Ausschließlichkeitsprinzipien zusammengefasst. Sie lauten:Nicht die Kirche mit ihren Sakramenten vermittelt das Heil des Menschen, sondern Christus allein.- Die Erlösung Gottes entspringt seiner Gnade allein, mit der er sich in Christus der Welt zuwendet.- Der Mensch empfängt die Erlösung allein durch den Glauben und nicht durch moralisches Gutsein. Der Glaube aber ist eine lebendige Vertrauenshaltung, die sich durch die Erlösung in einem neuen Leben nach Gottes Geboten erweist.- Dies alles erkennt der Mensch aus der Bibel. Daher ist für die Erlösung die Schrift allein Quelle und Norm des Glaubens.Das gilt bis heute, auch wenn es mittlerweile anders gesehen wird, wie dies z. B. der Politiker Heiner Geißler in seinem Buch „Was müsste Luther heute sagen?“ (S. 265) behauptet. Es bedarf der Erinnerung an die zeitübergreifende Bedeutung dieser biblischen Grundlehren. Es gilt, dies einer nachchristlichen Gesellschaft zu bezeugen.Der Wunsch des Mannes, dessen wir in diesem Jahr gedenken, sollte auch unser Wunsch sein und bleiben: „Du hast den Tag verheißen. So lass ihn kommen - wenn es sein soll - noch diese Stunde!“

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