Andachten

Andacht

Andacht 28.10.2018

28. Oktober 2018 | Lothar Wilhelm

Andacht 28.10.2018

Bildnachweis: joexx / photocase.de

Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. - Römer 8,26-28 / Dieser Bibeltext ist unter Christen wohlbekannt und ein beliebtes Trostwort. Doch mancher ist sich nicht darüber im Klaren, wie wenig der Text tröstet, wenn er schnell und gedankenlos zitiert wird. Wie soll jemandem etwas „zum Besten dienen“, wenn er in seiner verzweifelten Situation nichts Gutes sehen und keinen Sinn erkennen kann? Wenn er dann noch hört, dass die Zusage allen gilt, „die nach seinem Ratschluss berufen sind“, steigert das seine Verzweiflung. Denn in seiner Lage muss er annehmen, nicht zu den Berufenen zu gehören.Im Zusammenhang gelesen fällt das Wort „wissen“ auf, das wichtig scheint und unterschiedlich verwendet wird. Zuerst wird gesagt: „Wir wissen nicht.“ Es wird hier eine verzweifelte Situation beschrieben, in der auch gläubige Menschen nicht mehr ein noch aus wissen. Selbst das Beten versagt. Genauso geht es uns manchmal. Aber damit lässt uns der Herr nicht allein. Er ist da. Sein Geist betet für uns, mit Worten, die wir nicht sprechen können. Vor Gott gilt unser betroffenes Schweigen mehr als viele Worte.Dann heißt es: „Der die Herzen erforscht, der weiß ...“ Wir erleben, wie widersprüchlich unsere Gedanken und Gefühle sind. Wie leicht ist unsere Gewissheit zu erschüttern, wenn es anders kommt als erwartet. Aber der Herr weiß, wer wir sind und wie es uns geht. Er versteht uns auch dann, wenn wir uns selbst nicht mehr verstehen.Schließlich heißt es: „Wir wissen aber.“ Wer darauf vertraut, was der Herr weiß und wie er uns in unserer Schwäche sieht, kann der Ungewissheit und Dunkelheit ein Aber entgegensetzen. Wer darauf schaut, wie der Herr ist und was Jesus für uns getan hat, gelangt zu einer Gewissheit, die über den Augenblick hinausreicht.Unwissen und Ungewissheit lassen sich dann ertragen, wenn wir auf den Herrn vertrauen, der es besser weiß und der ganz bestimmt für uns ist.

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