Andachten

Andacht

Andacht 27.10.2018

27. Oktober 2018 | Gerhard Mellert

Andacht 27.10.2018

Bildnachweis: Aaron Burden / Unsplash

Darum werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. - Hebräer 10,35 / Jetzt, im Ruhestand angekommen, fange ich an, viele Dinge wegzuwerfen, die ich nicht mehr brauche oder von denen ich meine, sie nicht mehr zu brauchen. Bücher, Unterlagen, Predigten, das alte Hemd - drei Jahre nicht getragen, dann werde ich es auch in nächster Zeit nicht anziehen, also weg damit zur Kleidersammlung.Wertloses werfe ich weg, Wertvolles dagegen bewahre ich auf. Etwas, das für mich kostbar ist, mir viel bedeutet. Noch heute habe ich die Liebesbriefe meiner Frau von vor 40 Jahren. Oder meinen ersten Teddy, über 60 Jahre alt.„Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“ Das sagt der Schreiber des Hebräerbriefes einer Gemeinde, die in der Frage nach dem „Wert“ des Glaubens auf der Kippe steht. Was ist mir der Glaube, das Gottvertrauen wert? Lohnt sich das? Damals brachte es handfeste Nachteile. Gemeindeglieder haben aufgrund ihres Glaubens leiden müssen. Auch heute gibt es Zweifel, und manche sind wohl drauf und dran, das Vertrauen ganz wegzuwerfen. Dagegen steht die eindringliche Mahnung des Leittextes, und ich stelle mir das bildlich vor: Vertrauen wegwerfen. Wie geht das? Das Wegwerfen der angesprochenen Dinge, wie ein altes Buch, ein Hemd, Altpapier, ist ja leicht vorstellbar. Aber Vertrauen?Eigentlich gibt es auch eine positive Seite, denn es bedeutet ja: Im Moment haben sie dieses Vertrauen noch. Vielleicht mal mehr und mal weniger. Das Leben als Christ hat schöne und weniger schöne Seiten. Es gibt nicht nur den religiösen „Kick“, das ganz große Sich-bei-Gott-total-geborgen-Fühlen. Es gibt auch schlechte Tage. Glauben im Alltag, wo einem ein Bibelwort vielleicht weniger sagt und das Beten manchmal schwerfällt.Und wie sieht es in unserem ganz privaten Bereich aus? Auch da gibt es so vieles, was uns immer wieder zweifeln lässt. Krankheit, Tod, Lieblosigkeiten, die ihre Spuren hinterlassen. Manchmal erleben wir unser Leben eben eher zum Verzweifeln als zum Ver-trauen. Aber dieses Vertrauen wegzuwerfen hieße doch gleichzeitig, sich einer der wichtigsten Stützen im Leben zu berauben.Wirf dein Vertrauen nicht weg, sondern halte daran fest, auch in Enttäuschungen. Das Vertrauen zu Gott ist das, was uns trägt.

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