Andachten

Andacht

Andacht 23.10.2018

23. Oktober 2018 | Günter Lentzsch

Andacht 23.10.2018

Bildnachweis: cydonna / photocase.de

Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. - 2. Korinther 12,9 / Starksein ist meist etwas Positives. Heranwachsende messen gern aneinander ihre Kräfte, um Stärke zu zeigen. Auch Staaten sind darauf bedacht, eine starke Armee und wirkungsvolle Waffen zu haben, um sich gegen Feinde wehren zu können. Reichtum und wirtschaftliche Stärke sind für viele wichtig.Schwäche dagegen wird ungern gesehen. Wer schwach ist, kann zum störenden Hindernis werden.Paulus, der große Missionar der ersten Christen, musste lernen, dass bei Gott andere Maßstäbe gelten. Sein Weg zum Glauben an Jesus war ungewöhnlich. Als Stephanus gesteinigt worden war, heißt es: „Saulus aber hatte Gefallen an seinem Tode. ... [Er] suchte die Gemeinde zu zerstören, ging von Haus zu Haus, schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis.“ (Apg 8,1.3) Aber Gott rief ihn auf ungewöhnliche Weise - Paulus wurde blind und hörte eine Stimme, die ihm deutlich machte, dass er gegen Gott kämpfte, dem er eigentlich zu dienen meinte. So kehrte er um, und aus dem Verfolger wurde er zum „auserwählten Werkzeug Gottes“ (Apg 9,15).Nach der friedlichen Revolution 1989 in der DDR soll jemand aus der Regierung gesagt haben: „Wir waren auf alles vorbereitet, aber nicht auf Kerzen und Gebete.“ Die Politiker mussten erleben, dass sie die Bewegung nicht mit Gewalt bremsen konnten.Auch wir denken doch manchmal: Man kann und darf sich nicht alles gefallen lassen! Es ist logisch: Wer Schwäche zeigt, wird unterdrückt. Dagegen muss man sich wehren, sonst wird man zum „Fußabtreter“ für andere, und wer möchte das schon sein?Wenn wir für Gott arbeiten wollen, „versuchen wir oft, unsere Kraft mit der Kraft Gottes zu verbinden. ... Es muss [stattdessen] eine Vereinigung unserer Schwachheit mit seiner Stärke sein. Es kann keine Mischung unserer Klugheit, sondern unserer Unwissenheit mit seiner Weisheit sein.“ (Glenn A. Coon, Path to the Heart, Review and Herald 1958) Jesus selbst ist darin unser Vorbild. Er sagte: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ (Mt 11,29) Durch das Kommen des Sohnes Gottes in diese Welt, sein Leben und Sterben zeigte Gott, was er damit meinte.

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