Andachten

Andacht

Andacht 13.10.2018

13. Oktober 2018 | Gerhard Zahalka

Andacht 13.10.2018

Bildnachweis: lama-photography / photocase.de

Er [Isaak] nahm sie zur Frau und gewann sie sehr lieb. - 1. Mose 24,67 / „Wärst du bereit, bei unserer Goldenen Hochzeit die Ansprache zu halten?“, wurde ich als verantwortlicher Pastor schon oft gefragt. Dieses Mal war es anders: Ich war zwar nicht zuständig, wurde aber trotzdem gebeten, die Predigt zu halten. Die Begründung war einzigartig: „Du hattest mich damals nach der Trauung entführt. Wir möchten, dass du wieder dabei bist.“ Ich sagte gerne zu, denn vor fünfzig Jahren hatte ich mit dem Einverständnis der Braut einen „Brautraub“ organisiert. Der Bräutigam fand seine kürzlich Angetraute schließlich in einem Café auf einer Schwarzwaldhöhe wieder. Jetzt waren die beiden schon fünfzig Jahre verheiratet.Die Ehe gehört zur Schöpfungsordnung Gottes. Sie ist eine geniale Stiftung zum Wohle von Mann und Frau, von Gott gesegnet, auf Dauer angelegt und mit dem Auftrag an die Partner verbunden, Leben weiterzugeben (siehe 1 Mo 1,28).Jesus bestätigte das, als er in einer Diskussion mit den Pharisäern die Worte aus dem Schöpfungsbericht wiederholte: „,Ein Mann ... verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.' ... Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mt 19,4-6 Hfa)In einer der schönsten Geschichten der Bibel über die Ehe (1 Mo 24) wird sichtbar, wie es zugeht, wenn eine Ehe durch göttliche Führung zustande kommt. Bemerkenswert ist, was am Schluss des Kapitels berichtet wird: „... und sie wurde seine [Isaaks] Frau und er gewann sie [Rebekka] lieb.“ (V. 67)Die Reihenfolge ist ungewöhnlich, denn normalerweise ist es doch umgekehrt, oder? Ich habe mich erst verliebt und dann geheiratet. Immer wenn zwei Menschen zueinanderfanden, ob es nun Liebe auf den ersten Blick war oder die Zuneigung sich allmählich entwickelte: Die wenigsten heirateten und verliebten sich erst nach der Hochzeit.Dem biblischen Bericht kann man entnehmen, was einer Ehe Dauer verleiht: Nicht die Liebe trägt die Ehe, sondern die Ehe die Liebe! Durch die Beständigkeit der Ehe hat die Liebe eine Chance zu wachsen und zu gedeihen. Das ist das „Geheimnis“ unverbrüchlicher Treue: Die Ehe, recht verstanden, ist eigentlich ein Dreierbund. Nicht wir sind es, die eine eheliche Verbindung dauerhaft machen, sondern Gott, der die Liebe ist. Gott sei Dank!

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