Andachten

Andacht

Andacht 06.10.2018

06. Oktober 2018 | Harald Weigt

Andacht 06.10.2018

Bildnachweis: cydonna / photocase.de

Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben. - Römer 1,24 / Was für eine harte Aussage! Gott hat die Menschen dahingegeben! Hat Gott diese Menschen wirklich aufgegeben - dem Zugriff Satans ausgeliefert? Hat er aufgehört, sie zu lieben - die Geduld verloren und sie endgültig für verloren erklärt, obwohl sie ja noch lebten? Paulus schreibt darüber, dass die Menschen Gottes Wirken durch die Schöpfung hätten erkennen können. Da sie aber blind waren, hat Gott sie nun dahingegeben.Irgendwie passt das nicht zu dem Gott, der sein auserwähltes Volk in großer Geduld und Barmherzigkeit Jahrhunderte hindurch getragen hat, obwohl sie ihn ständig enttäuschten. Ab wann hätte der Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn aufgehört, nach seinem Sohn Ausschau zu halten? Gibt es eine „Sündenobergrenze“, deren Überschreitung den Verlust der Gnade zur Folge hat? Abgesehen von der Lästerung des Heiligen Geistes und den vorgezogenen Strafgerichten Gottes über Sodom und Gomorra spricht Gottes Wort nicht davon, dass wir seine Geduld überreizen könnten. Im Gegenteil, sie gibt uns viele Beispiele dafür, dass seine Liebe uns Menschen nachgeht und - so lange wir leben - um uns wirbt.In Apostelgeschichte 7,42 steht der gleiche Begriff („dahingeben“) in Bezug auf die Israeliten. Nachdem sie ihren Gott in der Gestalt eines „Goldenen Kalbes“ angebetet hatten, „gab Gott sie dahin“, also er ließ sie machen, was sie wollten. Er erwartete nicht von Mose, dagegen vorzugehen, sondern ließ es geschehen, sodass sie selbst mit den Konsequenzen leben mussten.Er verließ sie nicht; er ging mit ihnen durch die Wüste und versorgte sie mit Manna; er war in der Richter - und Königszeit immer bereit, ihnen ihre Götzenverehrungen zu vergeben. Auch in Babylon war er bei ihnen und gewährte ihnen nach der 70-jährigen Gefangenschaft wieder einen neuen Anfang.Gottes Vergebungsbereitschaft ist unbegreiflich groß. Er kennt unsere Schwachheit und Bedürftigkeit und liebt uns trotzdem. Er lässt uns die Freiheit, falsche Entscheidungen zu treffen, aber er verlässt uns nicht. Gott „gibt dahin“, damit wir aufwachen, aber er gibt nicht auf. Er wartet auf die Umkehr seine Kinder. Er hat verheißen, dass seine Liebe am Ende alles Böse in unseren Herzen und in der gesamten Schöpfung überwinden wird.

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