Andachten

Andacht

Andacht 25.09.2018

25. September 2018 | Josef Butscher

Andacht 25.09.2018

Bildnachweis: raichinger / photocase.de

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. - Psalm 84,5 / Wenn ich ein architektonisch hervorragend gebautes Haus sehe, noch dazu in einer landschaftlich schönen Gegend, dann sage ich manchmal scherzhaft zu meiner Frau: „Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht das zehnte Gebot - ,Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus' (2 Mo 20,17) - übertrete.“ Ein Haus zu besitzen oder vielleicht auch nur dazu beizutragen, dass eins zustande kommt, ist angenehm und löst befriedigende Gefühle aus.Wie verloren kommen sich dagegen die vielen Vertriebenen, Heimatlosen, Flüchtlinge und Obdachlosen vor! Man braucht zum Glücklichsein kein Schloss. Selbst wenn ein Gebäude einfach errichtet ist, wie ich das bei Reisen in andere Länder oft gesehen habe, schmückt man es gern mit Blumen. Ein Haus sein Eigen zu nennen oder in einem Haus zu wohnen bedeutet mehr, als ein Dach überm Kopf zu haben.„Wenn man das Wort ,Haus‘ ausspricht, klingen viele Bedeutungen auf. Eine jedoch überwiegt alle andern. Und diese eine ist auch die ursprüngliche: Geborgenheit. ,Haus‘ steht sprachlich in enger Verwandtschaft zu ,Haut‘ und ,Hut‘. Jedes dieser Wörter meint das Behüten, das Beschützen, das Bergen.“ (Manfred Hausmann, Die Entscheidung, Seite 10, S. Fischer Verlag, 1955)In unserem Bibeltext geht es um das Wohnen im Hause Gottes - und das beinhaltet natürlich mehr, als ein Gebäude zu betreten, um einmal in der Woche einem Gottesdienst beizuwohnen. Es wird ein Segen („Wohl denen, ...“) über die Menschen ausgesprochen, die bei Gott selbst ihr Zuhause gefunden haben, wie ein zuvor verirrt und verwirrt umherfliegender Vogel, der endlich ein Nest gefunden hat (siehe V. 4). Jeder, der diese Erfahrung gemacht hat, ist dafür unendlich dankbar und möchte das Behütetsein und die Geborgenheit in Gott gegen nichts in der Welt eintauschen.Schade nur, dass Gott - im übertragenen Sinne gesprochen - so viele offene Häuser und Wohnungen hat, in die keiner einziehen will. Lieber kampiert man ungeschützt im Freien. Hier gäbe es für jeden von uns die Möglichkeit, wie der Psalm sagt, Gott immerdar zu loben, also die erhebenden, befreienden und trostreichen Erlebnisse denen zu erzählen, die noch in der Gottverlassenheit leben, damit immer mehr Menschen die wirkliche Geborgenheit kennenlernen können.

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