Andachten

Andacht

Andacht 09.09.2018

09. September 2018 | Günther Hampel

Beine baumeln / Sprungbrett

Bildnachweis: manun | photocase.de

Denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen. - 1. Timotheus 2,4 / Es hat Zeiten gegeben, da galt Gott als die höchste Instanz. Heute ist er weitgehend entthront und der Mensch hat sich an seine Stelle gesetzt. Das mag bestechend angenehme Seiten haben: Man ist sich selbst und keinem höheren Wesen mehr verantwortlich und kann die Welt und sein Leben nach eigenem Gutdünken gestalten. Aber dies hat auch sehr beunruhigende Folgen. Nach Intelligenz, Wissen und Können sind wir „gottähnlich“, nicht aber in Sachen der Moral. Zu vieles von dem, was wir wissen und können, wird missbraucht, um Menschen zu knechten oder zu vernichten. Uns fehlt, was Gott auszeichnet: Intelligenz, Wissen, Macht und Liebe, Gerechtigkeit, Toleranz.Intelligenz ohne Liebe, Wissen ohne Rechtschaffenheit und Macht ohne Rücksichtnahme führen zwangsläufig zur Missachtung des anderen, zum ungezügelten Durchsetzen des eigenen Willens und am Ende zu Gewalt und Terror.Und was merkwürdig ist: Das Unabhängigsein vom Schöpfer macht den Menschen letztlich nicht glücklich. Es ist nur auf den ersten Blick bestechend, Gott aus der Welt und dem eigenen Leben zu verbannen. Bald schon bekommt man nämlich zu spüren, dass man ohne Gott allein ist in einer Welt, in der es skrupellos zugeht.Mag sein, dass das falsche Bild eines fordernden Gottes dazu beigetragen hat, dass sich heutzutage viele von ihm lösen, aber so ist Gott nicht. Im christlichen Glauben geht es nicht zuerst um Forderungen, die eine übermächtige Gottheit erhebt, sondern um Hilfe, die der Schöpfer anbietet. Kein Mensch ruht in sich selbst so sicher, dass er nicht in bestimmten Le-benslagen Beistand brauchte. Manche Lebensfragen lassen sich auf menschlicher Ebene beantworten, aber bei Weitem nicht alle. Wo das der Fall ist, haben wir drei Möglichkeiten: rebellieren - verdrängen - vertrauen. Die Bibel rät zum Vertrauen. Gott möchte, dass wir gerade die schweren Wegstrecken in unserem Leben mit Blick auf ihn gehen und innerlich daran wachsen.

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