Andachten

Andacht

Andacht 11.04.2018

11. April 2018 | Egon Schramm

Andacht 11.04.2018

Bildnachweis: BeneA / photocase.de

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. - Matthäus 6,13 / Als im Sommer 2015 viele Flüchtlinge in unser Land kamen, drückte die Bundeskanzlerin ihre Zuversicht mit den Worten aus: „Wir schaffen das!“ Wen meinte sie mit „wir“ - die Regierung? Unsere Nation? Oder dachte sie insgeheim an uns und Gott? Der Willkom­mensgruß und die vielen fleißigen, ehrenamtlichen Helfer bestätigten diese Zuversicht. Nach wenigen Monaten gab es jedoch mehr und mehr skeptische Stimmen. Diese Situation erinnert mich daran, was die zwölf Kundschafter damals berichteten. Zunächst bestätig­ten sie, dass die Verheißung Gottes stimmte. Es war auch sachlich richtig, dass die Städte befestigt waren und es dort außergewöhnlich große Männer gab. Aber zehn meinten, dass Israel nicht in der Lage sei, diese Städte zu bezwingen. „Sie erzählten ... schreckliche Dinge über das Land ... ,In diesem Land kann man nicht leben, es verschlingt seine Bewohner', sagten sie. ,Alle Männer, die wir gesehen haben, sind riesen­groß ... Wir kamen uns ihnen gegenüber wie Heu­schrecken vor und genauso winzig müssen wir ihnen vorgekommen sein!“ (4 Mo 13,32-33 GNB) Ganz an­ders urteilten Josua und Kaleb, denn sie besaßen Gottvertrauen. Die zehn Kundschafter hatten gewiss nach ihrem Ermessen verantwortlich gehandelt. „Wir können doch unser Volk nicht gegen eine Übermacht ins Feld schicken!“ Das klingt vernünftig. Wenn Gott einen Auftrag gibt, dann wissen Gläubige, dass er uns auch durchbringen wird. Sie rechnen nicht mit ihrer Kraft, sondern mit der Macht Gottes. Das ist eine Botschaft für uns heute in der Bewälti­gung der Flüchtlingsfrage. Blicken wir nur auf unsere Möglichkeiten, Intelligenz, Finanzen und Fähigkei­ten, könnte uns angst und bange werden. „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit’ für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ.“ (Martin Luther, zweite Strophe aus dem Lied Ein feste Burg ist unser Gott) So der Herr will, können wir es schaffen. Darum lasst uns nicht jammern, sondern für die Regieren­den, deren die Mitarbeiter und die vielen freiwilligen Helfer beten, damit ihnen Weisheit gegeben wird und ihnen die Freude am Dienst erhalten bleibt.

Zurück