Andachten

Andacht

Andacht 08.04.2018

08. April 2018 | Harald Weigt

Andacht 08.04.2018

Bildnachweis: view7 / photocase.de

Wer seid ihr denn eigentlich, ihr Menschen, dass ihr meint, Gott zur Rechenschaft ziehen zu können? Glaubt ihr wirklich, dass ein Gefäß aus Ton den Töpfer fragt: „Warum hast du mich so gemacht?" Der Töpfer hat schließlich die Freiheit, aus ein und dem-selben Klumpen Lehm zwei verschiedene Gefäße zu machen: ein kostbares zum Schmuck und ein gewöhnliches für den Abfall. - Römer 9,20-21 / Paulus reicht es jetzt. Menschen erdreisten sich, Got­tes Handeln zu kritisieren! Seine Zeitgenossen ma­chen Gott Vorwürfe, dass er auch christusgläubige Heiden als seine auserwählten Kinder anerkennt. An anderer Stelle kritisieren Menschen Gott eben­falls: „Warum lässt Gott das zu?“ - „Hätte er nicht ...?“ - „Warum schweigt er?“ In großer Vermessenheit und Hybris wird Gott von seinen Geschöpfen abgeurteilt. Paulus erinnert an einen Vergleich aus dem Buch Jeremia (Jer 18,3-10): Gott ist der Töpfer, wir Men­schen sind die von ihm geschaffenen Gefäße, für unterschiedliche Zwecke geformt. Ja, es gibt Heiden und Juden - alle sind Geschöpfe Gottes. In großer Ge­duld hat Gott die Heiden mit ihrem Götzendienst er- und getragen. Bei Jeremia wird das missratene Gefäß - wenn der Mensch sich bekehrt - vom Töpfer neu geformt; es wird dadurch brauchbar. Paulus denkt bei den Missratenen an die Heiden und auch an die Juden, die das Evangelium ablehnen. Wie auch immer: Der Mensch in seiner Kurzsichtigkeit hat kein Recht, Gott anzuklagen. Sein Ziel ist es, alle Menschen, die sich ihm anvertrauen, in seiner neuen Welt als gelungene Schmuckgefäße zu seiner Ehre und Verherrlichung darzustellen. Erst dann wird allen bewusst werden, wie gnädig Gott mit uns umgegangen ist. Wir sind alle aus Lehm geformte Gefäße: wörtlich gesehen weil wir geschaffen sind und im übertragenen Sinne als erlöste Sünder. Bei uns allen ist der erste Entwurf des Töpfers missraten - eine Folge der Sünde. Aber in großer Geduld hat uns der Töpfer neu geformt -und das nicht nur einmal. Schließlich hat er aus uns „Kunstwerke“ mit genial geschaffenen Körpern und neuen Herzen gemacht, die den Schöpfer ehren. Auf der Neuen Erde ehren wir ihn dadurch, dass wir als gottebenbildliche, freie Geschöpfe, ohne Zwang, nur durch seine Liebe gehalten, für alle Ewig­keit bei der Einsicht bleiben werden, dass Gottes Wege und Ordnungen die besten sind.

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