Andachten

Andacht

Andacht 29.03.2018

29. März 2018 | Jürgen Weller

Andacht 29.03.2018

Bildnachweis: designritter / photocase.de

Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir. - Psalm 63,2 / Ein überaus spannendes Fußballspiel war gerade zu Ende. Es ging um sehr viel und der FC Barcelona hatte gerade die Champions League gewonnen. Die Fans des Siegerteams feierten im Siegesrausch ihre Idole und rühmten sie als „Fußballgötter“. Etwas abseits vom Trubel machte sich Neymar, einer der absoluten Superstars, zu schaffen. Das weck­te die Aufmerksamkeit der Medien. Er holte ein schmales Stirnband hervor und band es sich um. Die Kameras zoomten Neymars Kopf groß ins Bild, um festzuhalten, was es damit auf sich hatte. Auf dem Stirnband war gut zu lesen: „100 % Jesus“. Der „Fußballgott“ hatte also selber einen Gott. Welch eine Botschaft brachte er da mitten in ein „säkulares Anbetungsritual“ hinein! Ich fragte mich in diesem Augenblick: „100 % Jesus“ - ist das denn möglich? 100 Prozent sind eine ganze Menge. Kann man Jesus so ähnlich werden? Oder was ist damit gemeint? David, von dem der obige Psalm stammt, war ein Superstar seiner Zeit. Er hatte nicht nur einen Namen als erfolgreicher Poet und Liedermacher, sondern war auch Staatsmann und Militärstratege. Oft konnte man mit David Siege feiern. Er hatte das Idol der Philister, den Goliath, in die Knie gezwungen und war danach selber zu einem Idol geworden. Weil er so erfolgreich war, umjubelten ihn oft die Menschen­massen und würdigten seine Taten. Dieser David sag­te: „Mein ganzer Mensch verlangt nach dir.“ Hätte er wie Neymar ein Stirnband getragen, hätte „100 % Gott“ darauf stehen können. War er zu solch einer Äußerung berechtigt? David, ein unbestrittener Held, glänzte zwar mit schillernden Bühnenauftritten, spielte jedoch so manch traurige Rolle hinter den Kulissen. Es gab bei ihm Höhenflüge und Niederlagen, eben­so wie in unserem Leben. Weil David das wusste, ver­langte sein ganzer Mensch nach Gott. Wie wird man also zu „100 Prozent Jesus“? Es geht dabei nie um Vollkommenheit, sondern um Hingabe. Neymar war auf „seinen“ Tag vorbereitet. Er trug Jesus bereits vor dem Erfolg bei sich. Auch bei einer Niederlage wäre das so gewesen. „100 % Jesus“ heißt: „Ich will ihn dabeihaben, ganz gleich, was mich heute erwartet.“ Und sollte es an diesem Tag mal schwierig werden, sind „100 % Jesus“ einfach ideal.

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