Andachten

Andacht

Andacht 04.07.2017

04. Juli 2017 | Heiner Lachmann

Andacht 04.07.2017

© Foto: adventisten.de

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht töten.“ Matthäus 5,21

Wenn ich gläubige Menschen frage, wie sie versuchen, ihren Glauben zu leben, höre ich oft als Antwort: „Ich versuche, mein Leben nach den Zehn Geboten auszu­richten.“ Das klingt gut, und vielleicht denkt der eine oder andere da insbesondere an das Gebot „Du sollst nicht töten“. Denn da können ja die meisten glück­licherweise sagen: „Das habe ich noch nie getan.“

Als Jesus Christus damals dieses Gebot erklärte, machte er seinen Zuhörern deutlich, dass bei Gott das Töten eines Menschen schon anfängt, wenn andere davon noch nichts wahrnehmen können. Wenn man seinen Nächsten zum Beispiel als „Dummkopf“ oder „Idiot“ betitelt, müsste man eigentlich schon vor dem Hohen Rat erscheinen (Mt 5,22 NLB/GNB). Oder wenn man jemanden als „verrückt“ beschimpft oder verflucht, dann genügt das, um in den Augen von Jesus „das Feuer der Hölle“ zu verdienen (V. 22 EB Anm./NLB). So gesehen gibt es wohl kaum einen unter uns, der nicht schon mit Worten einen anderen „erlegt“ hätte!

Durch Schimpfen oder Fluchen wird nämlich offenbar, welch böse Gedanken über eine andere Per­son vielleicht schon längere Zeit in unserem Herzen waren. Mit anderen Worten: Für Gott ist es durchaus nicht unwichtig, was wir in unserem Herzen über unsere Mitmen-schen denken. Wenn man sich vorstel­len müsste, dass alle Gedanken, die man über andere hat, von irgendjemandem aufgezeichnet würden und man sie dann den betreffenden Personen vorführen würde - wäre uns das wohl angenehm?

Gott sieht uns und hört uns! Er kennt unsere ge­heimsten Überlegungen. Ihm können wir nichts vor­machen. Wie könnte da jemand hoffen, sich vor ihm rechtfertigen zu können? Vielmehr muss doch jeder von uns anerkennen, dass er unter diesen Umständen verloren ist. Wie gut ist es zu wissen, dass er uns trotz unserer Schuld noch immer liebt! Noch ist er bereit, unser Bekenntnis anzunehmen und uns zu vergeben, denn Jesus Christus hat für unsere Sünden gelitten.

Deshalb sollten wir immer an den Bibelvers den­ken: „Wenn wir behaupten: ,Wir sind ohne Schuld‘, betrügen wir uns selbst und die Wahrheit lebt nicht in uns. Wenn wir aber unsere Verfehlungen eingestehen, können wir damit rechnen, dass Gott treu und gerecht ist: Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und uns von aller Schuld reinigen.“ (1 Joh 1,8-9 GNB)

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