Andachten

Andacht

Andacht 03.07.2017

03. Juli 2017 | Beate Strobel

Andacht 03.07.2017

© Foto: adventisten.de

Wie groß ist doch Gott! Wie unendlich sein Reich­tum, seine Weisheit, wie tief seine Gedanken! Wie unbegreiflich für uns seine Entscheidungen und seine Pläne! Denn wer könnte jemals Gottes Absich­ten erkennen? Römer 11,33-34 (Hoffnung für alle)

Vor über 20 Jahren zog ich von Hamburg nach Mün­chen, um dort eine neue Arbeits-stelle anzutreten. Ich wäre gern in Hamburg geblieben und hatte viel und lange darum gebetet, dass Gott mir eine neue Stelle dort schenken möge. Gleichzeitig bewarb ich mich in ganz Deutschland und war bereit - so Gott will -, überall hinzuziehen. Und dann klappte es tatsächlich in München. Sogar eine hübsche Wohnung fand ich innerhalb weniger Tage. Das war für mich das Zei­chen: Gott will mich hier haben.

Mein neuer Job schien genau auf meine Ausbil­dung zugeschnitten zu sein. Das Büro teilte ich mir mit einer Kollegin, die ich von Anfang an mochte. Wir freundeten uns an. Es dauerte aber nicht lange, da merkte ich, dass ich mit meinem Chef nicht klarkam. Er bürdete mir Aufträge und Arbeiten auf, für die ich eine weitere Ausbildung gebraucht hätte, schrie mich an und tyrannisierte unsere ganze Abteilung. Stets kam es unerwartet zu Eskalationen. Während einer solchen kündigte er mir wutentbrannt. Ich war fix und fertig und fragte Gott, was er damit bezweckte. Ich zweifelte nie daran, dass es Gott gab, aber mein Verhältnis zu ihm litt. Der zitierte Text aus dem Römerbrief sprach mir aus der Seele. Ich fand Gottes Entscheidung unbegreiflich.

Da meine Kollegin eine chronische Krankheit hat­te, konnte ihr nicht gekündigt werden. Wir verbrach­ten viel Zeit miteinander und fuhren sogar zusammen in den Urlaub. Einige Monate später zog ich wegen einer neuen - bis heute andauernden - Arbeitsstelle nach Darmstadt. Gottes Entscheidung, mich für ein Jahr nach München zu schicken, war mir lange un­erklärlich. Er hätte meinen Weg doch gleich nach Darmstadt leiten können! Erst Jahre später erkannte ich Gottes Absichten bei diesem Umweg über Mün­chen für mich. Denn meine Freundin erzählte mir, dass sie durch unsere Gespräche ihren Glauben wie­derent-deckt und ihr unsere Freundschaft die Kraft gegeben hätte, mit ihrer Krankheit gelassener umzu­gehen. Auch ihr Mann habe Interesse an Gott gefun­den. Heute danke ich Gott dafür, dass diese für mich schwierige Zeit ihr zum Segen diente.

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