Andachten

Andacht

Andacht 22.06.2017

22. Juni 2017 | Wilfried Krause

Andacht 22.06.2017

© Foto: adventisten.de

Weise mir, Herr, deinen Weg. Psalm 86,11

Am 5. Juni 2014 durchquerte ich zum ersten Mal Wolfsburg mit dem Fahrrad. Natürlich besuchte ich dabei auch die „Autostadt“ des VW-Konzerns und bestaunte den vollendeten Kult um „des Deutschen liebstes Kind“. Allerdings hat sich bei mir eine andere Errungen-schaft der Stadt noch nachhaltiger einge­prägt: die vorzügliche Ausschilderung des Aller-Rad­weges. Obwohl die Streckenführung viele Male nach links oder rechts wechselte und Unterführungen zu durchqueren waren, verlor ich nie die Spur. Die Weg­zeichen waren so gut angebracht, dass man sich eigentlich nicht verfahren konnte. Das hatte ich auf anderen Strecken schon ganz anders erlebt.

Wenn das auf unserem Weg durchs Leben auch so einfach wäre! Da stehe ich vor einer Entscheidung und weiß nicht recht, in welche Richtung ich gehen soll. Ich spreche mit diesem und jenem; doch die Antwor­ten fallen unterschiedlich aus. Was tun?

David betete: „Weise mir, HERR, deinen Weg.“ Mit diesem kurzen Satz bekundete er die Bereitschaft, sein Leben Gott anzuvertrauen. Das klingt im ersten Moment sehr einfach, doch in der Praxis gestaltet es sich oft schwieriger. Zum Beispiel plane ich gerade wieder eine größere Radtour. In Gedanken bin ich manchmal schon unterwegs, und wenn ich nachts aufwache, sehe ich unbekannte Straßen vor mir.

Vor Wochen erzählte ich einem unserer Söhne von meinem Vorhaben und wollte dazu seine Meinung hören. Zuerst drückte er seine Freude darüber aus und sagte anerkennende Worte, die meiner Seele guttaten. Doch dann folgte noch ein Satz, den ich nicht erwar­tet hatte: „Vater, denke an dein Alter!“ Natürlich hatte ich schon daran gedacht, aber die Tatsache zugleich auch verdrängt. Kurz danach stieß ich auf Davids Bitte und hatte das Gefühl, auch so beten zu sollen. Da merkte ich plötzlich, wie wenig offen ich eigentlich war. Die Sorge, Gott könnte meinen Plan vereiteln, ließ mich zögern. Inzwischen habe ich mich entschie­den, Gottes Weg akzeptieren zu wollen, selbst wenn er meinen Traum durchkreuzen sollte.

Es gibt natürlich viel wichtigere Entscheidungen als so eine Radtour. Die Voraussetzung für das Gebet „Herr, zeige mir den richtigen Weg“ (GNB) bleibt aber immer die gleiche: Nur wenn ich bereit bin, Gottes Weg auch gehen zu wollen, wie immer er ausfallen mag, wird er mir helfen, diesen zu erkennen.

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