Andachten

Andacht

Andacht 20.06.2017

20. Juni 2017 | Jürgen Schammer

Andacht 20.06.2017

© Foto: adventisten.de

Ihr wisst, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, einen jeden von euch ermahnt und getröstet und beschworen haben, euer Leben würdig des Gottes zu führen, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit. 1. Thessalonicher 2,11-12

„Wo ein Genosse ist, da ist die Partei!“ Als ehemaligem DDR-Bürger ist mir dieser Slogan der SED deutlich in Erinnerung geblieben. Er klingt ziemlich anmaßend und weckt zwiespältige Empfindungen. Allgemein bekannt war doch, dass es vielen dieser „Genossen“ weniger um die Interessen und Ziele ihrer Partei ging als vielmehr um die eigenen Vorteile, die sich aus der Mitgliedschaft ergaben. Daher geschah es immer wieder, dass solche Genossen der Partei durch ihr Ver­halten eher Schande bereiten, als sie angemessen zu repräsentieren.

Zugegeben, Christen mit Parteigenossen aus DDR- Zeiten zu vergleichen, das passt nicht so richtig. Und trotzdem - ist nicht zumindest ansatzweise etwas dran an diesem Slogan: „Wo ein Genosse ist, da ist die Partei!“? Waren jene, die dieses Motto formulierten, nicht einfach nur zu blauäugig, indem sie den Idealfall beschrieben und nicht damit rechneten, dass die gelebte Realität ihre eigenen Gesetze hat?

Könnte es sein, dass der Apostel Paulus damals der Gemeinde in Thessalonich mit Nachdruck sagen woll­te: Wo ein Christ ist, da ist das Reich Gottes? Denn erst da, wo Christsein auf Dauer „würdig des Evangeliums“ (Phil 1,27), „der Berufung würdig“ (Eph 4,1) und „des Herrn würdig“ (Kol 1,10) gelebt wird, verwirklicht sich das Reich Gottes mitten in dieser Welt. „Wo ein Christ ist, da ist das Reich Gottes“ - das sollte der Nor­malfall sein und nicht die seltene Ausnahme.

Da stellt sich die Frage, wie solch ein „würdiges Leben“ praktisch aussieht und wie es gelingen kann. Paulus gab dazu in seinen Briefen eine Menge prakti­scher Anweisungen: „Kleidet euch in tiefes Mitgefühl, in Freundlichkeit, Bescheidenheit, Rücksichtnahme und Geduld. Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander ... Vor allem aber bekleidet euch mit der Liebe; sie ist das Band, das euch zu einer vollkom­menen Einheit zusammen-schließt ... Alles, was ihr sagt, und alles, was ihr tut, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen.“ (Kol 3,12-14.17 NGÜ)

Leben zur Ehre Gottes vollzieht sich nicht in from­men Sprüchen, sondern bewährt sich im Alltag und ist dann ein Segen für die Mitmenschen.

Zurück