Andachten

Andacht

Andacht 18.06.2017

18. Juni 2017 | Manfred Böttcher

Andacht 18.06.2017

© Foto: adventisten.de

Mit wem soll ich die Menschen von heute verglei­chen? Sie sind wie die Kinder, die auf dem Markt­platz spielen. Die einen werfen den andern vor: „Wir haben euch Hochzeits-lieder gespielt, aber ihr habt nicht getanzt!“ „Wir haben euch Trauerlieder gesun­gen, aber ihr habt nicht geweint.“ Matthäus 11,16-17 (Gute Nachricht Bibel)

Da es früher in den engen Gassen der Städte wenig Raum zum Spielen war, tummelten sich Kinder gern auf dem Marktplatz. Dort gab es oft Interessantes zu beobachten. Als Jesus mit seinen Jüngern vorbeikam, spielten einige Kinder Hochzeit, aber die anderen wollten nicht mitmachen. Sie schlugen vor, Beerdigung zu spielen. Das gefiel den anderen wiederum nicht.

Für Jesus war das, was er unter den Kindern auf dem Markplatz wahrnahm, ein treffendes Beispiel für das Verhalten unter Erwachsenen und deren Kritik an Johannes und Jesus. In Johannes dem Täufer sahen sie einen weltfremden Asketen; Jesus stellten sie als „Fresser und Weinsäufer, [als] Freund der Zöllner und Sünder“ hin, weil er oft Einladungen annahm (Mt 11,18-19). Die Bekehrungspredigten des Johannes passten ihnen nicht, und Christi Predigt des Evange­liums sagte ihnen auch nicht zu. Sie begriffen damals nicht, dass Johannes seine Aufgabe hatte und die Auf­gabe von Jesus eine andere war. Aufgrund ihrer vor­gefassten Meinung erhoben sie ihre Forderungen. Kurz gesagt: Jesus sollte sich so verhalten, wie sie es als richtig ansahen.

Was damals geschah, hat sich oft genug in der Geschichte der Christenheit wiederholt, und unsere Freikirche ist davon nicht verschont geblieben. Dahin­ter steht eine fragwürdige Haltung: Man möchte die Zügel selbst in die Hand nehmen und Gott als Zugtier für die eigenen frommen Pläne benutzen. Man verhält sich wie spielende Kinder auf dem Markplatz: An allem, was Gott getan hat oder tut, hat man etwas herumzunörgeln.

Das bestimmt auch das Verhalten dieser Kritiker gegenüber der Gemeinde. Sie meinen, die Gemeinde müsste für sie da sein, und sind enttäuscht, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Man behandelt einander wie die Kinder auf dem Marktplatz in Chris­ti Beispiel. Dabei gilt doch: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Röm 15,7)

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