Andachten

Andacht

Andacht 14.06.2017

14. Juni 2017 | Albrecht Höschele

Andacht 14.06.2017

© Foto: adventisten.de

Da sagt [Jesus] zu ihnen: „Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam?“ Und stand auf und bedrohte den Wind und das Meer. Da wurde es ganz stille. Matthäus 8,26

Jeder kennt das: Soeben ist im Leben noch alles in Ordnung, es sieht alles gut aus; die Sonne scheint. Doch auf einmal passiert es: Die Waschmaschine geht kaputt, es gibt Probleme auf der Arbeit, die Kinder haben Schwierigkeiten in der Schule, das Geld reicht nicht mehr, ein Arztbesuch ergibt, dass man ins Kran­kenhaus muss, die Ehe gerät in Gefahr. Dann denkt man: Warum passiert so etwas gerade mir?

Ähnlich mögen die Freunde von Jesus empfunden haben, als sie mit ihrem Boot mitten auf dem See Genezareth waren und sich plötzlich ein heftiger Sturm erhob. Die Wellen schlugen über ihnen zusammen, ihr Boot füllte sich mit Wasser. Warum ließ Jesus sie auf den See hinausfahren, wenn sich dort so ein Sturm zusammenbraute? Weshalb brachte er die in Gefahr, die er doch ausgesucht hatte, um seine Gemeinde zu bauen? Und er schlief im Boot!

Eines steht fest: Stürme müssen nicht eine Strafe sein! Die Frage lautet eher: Was hat Gott damit vor?

Als die Jünger Jesus aufgeweckt hatten, fragte er sie: „Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zu wenig Vertrauen!“ (V. 26 GNB)

Corrie ten Boom, die während des Zweiten Welt­kriegs Juden versteckte und dies mit eigenem Leiden im Konzentrationslager Ravensbrück quittiert be­kam, notierte zu ihrer Zeit: „Um zu wissen, was ein Anker ist, braucht es einen Sturm.“ Durch solch einen „Test“ ist bei vielen das Vertrauen zu Gott gewachsen. Mancher, der damals aus seiner Heimat fliehen muss­te, der die Bombennächte des Krieges hautnah erlebte oder den Einmarsch rauer, feindlicher Soldaten, weiß davon zu berichten.

Als unsere junge Familie zu jener Zeit fast nichts mehr zu essen hatte - die Mutter mit zwei kleineren Kindern allein, der Vater weit weg in Gefangenschaft -, durften wir die Fürsorge Gottes erleben. Eines Tages besuchte uns (heimlich) die Bürgermeisterfrau des Dorfes mit einer Tasche voller Lebensmittel. Da be­griffen auch wir das Wort vom „Anker“.

Christus ist nicht nur unser Begleiter, sondern auch unser Anker in stürmischer Zeit. Und auf der „Schiffsfahrt“ durchs Meer der Zeit dürfen wir weiter­hin seiner Fürsorge vertrauen - auch wenn wir nicht begreifen, was uns gerade zustößt.

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