Andachten

Andacht

Andacht 13.06.2017

13. Juni 2017 | Nicole Günther

Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher sei­ne göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können. Römer 1,20 (Hoffnung für alle)

Ich fahre mit dem Rad am Wasser entlang und werde von einem vogelgroßen Flugobjekt fast gerammt, als dieses abrupt kurz vor meinem Kopf gekonnt abdreht. Offensichtlich bin ich in sein Revier eingedrungen, und nun hat es mich neugierig beobachtet. Es gibt sie in vielen schillernden Farben. Sie begeistern mich und ich freue mich jedes Mal, wenn ich ein ganz besonders großes Exemplar zu Gesicht bekomme: Libellen.

2011 wurde die Libelle zum Tier des Jahres ge­wählt, um darauf aufmerksam zu machen, dass diese einzigartigen Lebewesen zu den bedrohten Tierarten gehören. 80 heimische Arten sind gefährdet und 20 Prozent sogar vom Aussterben bedroht. Dabei sind sie entgegen einem verbreiteten Irrglauben tatsächlich ungiftig. Sie können auch nicht stechen und sind für den Menschen völlig harmlos. Ich finde, dass jeder aufmerksame Beobachter an diesen faszinierenden Tieren wunderbar Gottes Kreativität und Ideenreich­tum, seinen Humor, seine Liebe und sein Gefühl für Feinheiten erkennen kann.

Libellen haben die außergewöhnliche Fähigkeit, beide Flügelpaare völlig unabhängig voneinander zu bewegen. Dies ermöglicht es ihnen, in der Luft stehen zu bleiben oder sogar rückwärts zu fliegen, abrupte Richtungswechsel und geniale Wendemanöver zu vollziehen. Die komplexen Augen der Libellen, die sogenannten „Facettenaugen“, sind ein Wunder für sich. Sie bestehen aus Tausenden Einzelaugen und sind bis heute noch nicht völlig erforscht. Großlibel­len haben Komplexaugen mit ca. 30.000 Einzelaugen, und jedes davon hat eine eigene Linse, das heißt gegenüber dem menschlichen Auge können sie Bewe­gungen rund vier- bis sechsmal schneller erfassen. In­teressant ist auch, dass Libellen ihren Kopf komplett drehen und somit in alle Richtungen sehen können, ohne dabei ihren Körper zu bewegen. Sich einer Libel­le unbemerkt zu nähern ist daher unmöglich.

Ja, es ist so, wie es der zitierte Andachtstext sagt: Wir können Gott in seiner großartigen Schöpfung erkennen. Ich kann nicht anders, als zu glauben, dass hinter all diesen Details ein einzigartiger, liebevoller, großartiger Schöpfer steht. Ich bin dankbar, dass er sich uns in seiner faszinierenden Schöpfung immer wieder zeigt.

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