Andachten

Andacht

Andacht 12.06.2017

12. Juni 2017 | Joachim Hildebrandt

Andacht 12.06.2017

© Foto: adventisten.de

Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Psalm 8,5-6

Was ist der Mensch in dem unvorstellbar riesigen Weltall? Seit Jahrtausenden suchen Philosophen, Religionsstifter und auch Politiker nach einer Ant­wort auf die Frage, welchen Sinn und Wert das menschliche Dasein hat. Unser Grundgesetz sagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu ach­ten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ In Erklärungen dazu heißt es: „Nach der Ord­nung des Grundgesetzes kann die Würde keinem Menschen genommen werden, weil sie dem Menschen durch seine Existenz eigen ist. Mit Menschenwürde ist jener Wert- und Achtungsanspruch gemeint, der dem Menschen kraft seines Menschseins zukommt.“

Die Bibel sagt etwas anderes. Die Würde des Menschen ist ihm nicht eigen, sondern eine „fremde Würde“ (Martin Luther). „Du [Gott] hast ihm Macht und Würde verliehen.“ (Ps 8,6 GNB) Der Mensch ist Geschöpf und Bild Gottes (1 Mo 1,27). Er hat den Menschen mit „du“ angeredet und ihn damit zu sei­nem Partner gemacht, ihn in eine persönliche Bezie­hung eingebunden. Unsere Würde ist nicht in mensch­lichen Eigenschaften und Fähigkeiten begründet, die uns von den Tieren unterscheiden. Der Mensch ist kein höher entwickeltes Tier, sondern „wenig niedri­ger gemacht als Gott“ (Ps 8,6). Jeder einzelne Mensch ist von Gott gewollt. David hat erkannt: „Du ... hast mich gebildet im Mutterleibe. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wur­de ... Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war.“ (Ps 139,13.15-16) Ehe wir geboren wurden, waren wir in Gottes Gedanken vorhanden!

Die uns von Gott verliehene Würde ist nicht nur ein wunderbares Geschenk, sondern auch eine große Herausforderung, eine Lebensaufgabe. David bat Gott deshalb am Schluss des 139. Psalms, ihn zu erforschen und zu prüfen, vor bösen Wegen zu bewahren und auf den ewigen Weg zu leiten (V. 23-24). Und Paulus ermahnte die Gläubigen, „ein Leben zu führen, das eurer Berufung würdig ist, denn ihr seid ja von Gott berufen worden“ (Eph 4,1 NLB). Gläubige leben in en­ger Beziehung zu Gott; denn sie hören auf ihn und reden täglich mit ihm.

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