Andachten

Andacht

Andacht 01.06.2017

01. Juni 2017 | Matthias Müller

Andacht 01.06.2017

© Foto: adventisten.de

Hütet euch davor, auf ein einziges dieser Kinder herabzusehen. Denn ich sage euch, dass ihre Engel im Himmel meinem himmlischen Vater stets beson­ders nahe sind. Matthäus 18,10-11

Ich stehe in Atlanta (Georgia) in den USA vor dem Geburtshaus von Martin Luther King und stelle mir vor, wie die Kinder hier gespielt haben. Es ist eins der Holzhäuser gehobener Klasse und steht an einer leicht abschüssigen Straße. Am unteren Ende der Straße be­findet sich die schmucklose Backsteinkirche, in der der farbige Pastor aufrüttelnde Predigten hielt, nicht weit davon die Gedenkstätte, in der die beiden weißen Steinsärge mit ihm und seiner Frau Coretta das Zent­rum bilden. Sie stehen im Freien, inmitten eines künstlichen kleinen Teiches. Auch das ist sicher eine Botschaft. Die Befreiungsbewegung für die Farbigen in den Vereinigten Staaten ist untrennbar mit dem Namen des schwarzen Baptistenpastors verbunden.

Es wusste natürlich niemand, was aus dem Jungen werden würde, als die Nachbarn die Glückwünsche zum Neugeborenen der King-Familie überbrachten. Als seine Mitschüler mit ihm rauften, die Mutter ihm häusliche Aufgaben übertrug und er als Jugendlicher immer deutlicher sah, dass er auf ein Leben zweiter Klasse zusteuerte, konnte niemand ahnen, welche Veränderungen er mit seinem Mut bewirken würde.

Diese Geschichte ist für mich ein Beispiel unter vielen, Kinder nicht zu unterschätzen. Das Mädchen, das du im Buggy herumfährst, könnte dir eines Tages hinter dem Arztschreib-tisch die Diagnose mitteilen. Der Junge, der sich gerade im Bus durchdrängelt, könnte eines Tages der Pfleger sein, der dich in den Rollstuhl hebt, oder Reden im Bundestag hält, über deine Rente entscheidet, eine bedeutende Erfindung macht oder einfach dafür sorgt, dass wir nicht im Müll ersticken.

Kinder haben nicht nur Wert durch das, was sie vielleicht eines Tages tun. Jeder Mensch ist wertvoll an sich und verdient Achtung. Jesus wies jedoch besonders auf „diese Kleinen“ hin (Mt 18,10). Er hatte ein Auge auf die, die einfach übersehen werden. Soll­ten wir zu dieser Gruppe Menschen gehören, dürfen wir wissen, dass Gott an unserer Seite ist.

Jesus hat sich nicht geändert. Er achtet bis zum Ende dieser Welt darauf, ob seine Jünger Zurückge­setzten helfen, Ratlosen beistehen und Schwache unterstützen - Kinder eingeschlossen. Der heutige internationale Kindertag - eine weitere Gelegenheit!

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