Andachten

Andacht

Andacht 31.05.2017

31. Mai 2017 | Udo Worschech

Andacht 31.05.2017

© Foto: adventisten.de

[Und Gott sprach:] „... nie mehr soll es eine Flut geben, die Erde zu vernichten.“ 1. Mose 9,11 (Elberfelder Bibel)

Sicherlich, die Erde wurde bei uns kürzlich nicht voll­kommen überflutet - vor drei Jahren „nur“ allerlei Bereiche links und rechts der Elbe. Wie anders sehen da die Zerstörungen in anderen Teilen der Welt durch Flut- oder andere Katastrophen aus. Die Vernichtung von Menschenleben, die Zerstörung der Existenz­grundlagen vieler Unternehmer und das Zertrüm­mern privater Haushalte durch solche Tragödien spre­chen eigentlich diesem Bibeltext Hohn. Sintflut, Elbe-Hochwasser, Brände oder Erdbeben - welcher Unterschied besteht da für den einzelnen Menschen, der seine Existenz dabei verloren hat?

Die Frage nach Gott in diesem Zusammenhang zu stellen ist müßig. Wir können seine Entscheidungen nicht beurteilen. Ähnlich schwer taten sich die Pro­pheten vor alters mit Gott, der offenbar nicht gegen Dürre und Flut, Pest und Krankheit, Erdbeben und Hagel-sturm, Krieg und Hungersnot einschritt. Häufig erklärten sie diese Katastrophen als Gericht Gottes über das Volk Israel wegen dessen Bosheit und Sünd­haftigkeit. Aber ist das „wahr“? Waren alle Menschen, die von einem Unglück getroffen wurden, böser und sündiger als die anderen, die ungeschoren blieben?

Es ging den Propheten nicht allein darum, Schuld zuzuweisen. Die Katastrophen machen bewusst, dass ein festgefügtes Haus, ein gut laufendes Geschäft und ein sicheres Bankkonto doch keine Sicherheit vor der Vernichtung bieten - der Mensch selbst erst recht nicht. Wo sind dann aber der Friede und die Sicher­heit, die in der Bibel als wichtiges Gut versprochen werden?

Ganz realistisch und dem wahren Leben ins Auge schauend zeigt Gottes Wort auf, dass die Sicherheit des Daseins in dieser Weltzeit nicht geschaffen werden kann. Der Mensch bleibt in jeder Hinsicht angreifbar. Aber die Sinnesumkehr (früher „Buße“ genannt) der Politiker, sich der Umweltzerstörung zu stellen, die Sinnesumkehr der Menschen, nicht egoistisch die Schöpfung auszubeuten und zu missbrauchen, und die Umsetzung moralisch-ethischer Werte wie bei der großartig bewiesenen Solidarität mit den Geschädig­ten - das und noch weitaus mehr an christlich­-menschlichen Qualitäten soll frei werden, auch dann, wenn keine Katastrophe eingetreten ist.

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