Andachten

Andacht

Andacht 20.07.2017

20. Mai 2017 | Sylvia Renz

Andacht 20.07.2017

© Foto: adventisten.de

„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden ... nur der Tod wird mich und dich scheiden.“ Ruth 1,16-17

Im Januar 1874 starben die Zwillingsbrüder Chang und Eng Bunker. Sie waren im Januar 1811 als Kinder chinesischer Eltern in Siam geboren und an der Brust miteinander verwachsen. Auf den Jahrmärkten wur­den sie als Sensation ausgestellt. Später wanderten sie nach Amerika aus und heirateten das Schwesternpaar Adelaide und Sara Yates. Die beiden Brüder hatten ge­trennte Haushalte, weil sich die Ehefrauen ab und zu zankten. Chang und Eng wohnten abwechselnd drei Tage in dem einen Haus und drei Tage im anderen Haus. Immerhin hatten sie zusammen 21 Kinder, von denen 11 normal entwickelt waren. Die Zwillingsbrü­der verdienten ihren Lebensunterhalt als Entertainer. Auf der Rückreise von einer Tournee hatte Chang einen Schlaganfall. Er blieb gelähmt. Doch sein Körper wurde durch Eng gestützt, bis beide drei Jahre später im Alter von 63 Jahren starben.

Es passiert nur selten, dass siamesische Zwillinge so alt werden. Meist endet ihr Leben schon im Mutter­leib - man will den Eltern und der Gesellschaft solche missgebildeten Kinder nicht zumuten. Dabei können siamesische Zwillinge durchaus ein erfülltes und glückliches Leben führen.

Natürlich brauchen sie viel Liebe und Rücksicht, um eine solche „Nähe“ zu ertragen. Zwei Menschen, die miteinander verwachsen sind, müssen sich in ihren Vorhaben einigen und gut kooperieren. Offenbar gelingt ihnen das ziemlich gut! Dafür gibt es andere Beispiele. Warum fällt es uns „Einzelmenschen“ oft so schwer, miteinander auszukommen?

Die junge Witwe Ruth, die im Andachtstext zitiert wird, war bereit, mit ihrer Schwiegermutter in deren Heimat auszuwandern. Ihre Treue und Hingabe sind ein gutes Beispiel für den Entschluss, das Leben mit einem anderen Menschen zu teilen, und zwar auf der ganzen Linie. Ruth stellte ihre eigenen Interessen hin­tenan. Sie liebte Naemi so sehr, dass sie sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen konnte. Und Gott seg­nete ihre Loyalität. Ruth wurde Urgroßmutter des Königs David und steht im Stammbaum Jesu. Aus sol­chen Menschen baut Gott sein Volk und sein Reich. Davon will ich lernen.

Zurück