Andachten

Andacht

Andacht 14.05.2017

14. Mai 2017 | Josef Butscher

Andacht 14.05.2017

© Foto: adventisten.de

Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters und lass nicht fahren die Weisung deiner Mutter. Sprüche 6,20

Heute steht „Muttertag“ im Kalender. Dieser Gedenk­tag geht auf Anna Marie Jarvis (1864-1948) zurück. Sie wurde in Grafton (West Virginia, USA) geboren und lebte dort auf dem elterlichen Gut. Wie es sich für Töchter aus angesehenen Familien gehörte, unterrich­tete sie als Lehrerin. Sie heiratete nicht und hatte auch keine Kinder.

Zwei Jahre nach dem Tod ihrer geliebten Mutter, am 9. Mai 1907, regte sie in ihrem Bekanntenkreis an, einen Tag zu Ehren der Mütter zu feiern, weil sie der Ansicht war, dass sie im Schatten der Männerwelt stünden. Am dritten Jahrestag des Todes ihrer Mut­ter, also 1908, bat sie den Ortspfarrer, eine Predigt über die Mutterrolle in der Gesellschaft zu halten und verteilte anschließend weiße Nelken an die Gemein­deglieder. Damit war der Muttertag geboren, der schnell in anderen Gegenden Zustimmung fand.

Anna Marie Jarvis schrieb unzählige Briefe an füh­rende Persönlichkeiten und erreichte schließlich, dass 1914 der Muttertag in den USA zum nationalen Fest­tag erklärt wurde. Dafür wurde der zweite Sonntag im Mai festgelegt. Viele Länder übernahmen diesen Brauch. Als Anna Marie Jarvis allerdings sah, dass der Muttertag zunehmend von der Geschäftswelt verein­nahmt wurde, führte sie gegen verschiedene Unter­nehmen Prozesse, die sie allerdings alle verlor. Verbit­tert und verhärmt starb sie 84-jährig. Ihr Name wurde fast vergessen. Der Muttertag ist geblieben.

Ich glaube, dass es durchaus angebracht ist, min­destens einmal im Jahr mit Worten und Gesten - und durchaus auch mit nicht übertriebenen Geschenken - an die Mütter der Welt zu erinnern. Das sollten nicht nur die Kinder, sondern auch die Väter tun.

Das Rollenverständnis von Vater und Mutter hat sich in vielen Ländern verändert. Der prägende Ein­fluss der Mutter, nicht zuletzt auf die religiöse Erzie­hung, hat aber nicht an Bedeutung verloren. Selbst in der vorrangig von Männern bestimmten Welt Israels stand, wie das Andachtswort belegt, die Weisung der Mutter gleichwertig neben dem Gebot des Vaters. Jeder, der eine liebevolle Mutter hat oder hatte, wird ihre Vorbildfunktion wertschätzen. Dabei sollten die Mütter wissen: „Eine glückliche Mutter ist für Kinder segensreicher als hundert Lehrbücher über Erzie­hung.“ (Johann Heinrich Pestalozzi)

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