Andachten

Andacht

Andacht 12.05.2017

12. Mai 2017 | Nicole Günther

Andacht 12.05.2017

© Foto: adventisten.de

Ich war schon mehr tot als lebendig, doch du hast mich dem sicheren Tod entrissen und mir das Leben neu geschenkt. Psalm 30,4

Im Mai 2013 kenterte ein Schlepper vor der Küste Nigerias im Atlantik, sank 30 Meter tief auf den Meeresboden und zog den nigerianischen Schiffskoch Odjegba Okene Harrison mit hinab. Im Rumpf des Schiffes hatte sich zwar eine Luftblase gebildet, in der er atmen konnte, aber da das Wasser am Meeresgrund kalt war, stand ihm nun der Tod durch Erfrieren bevor. Er berichtete später, dass er in seiner Angst und Hoff­nungslosigkeit einen Psalm gebetet habe, den ihm seine Frau kurz vor dem Schiffsunglück per SMS ge­sendet hatte.

Nach 60 Stunden - zweieinhalb Tagen - wurde Harrison endlich von Tauchern gefunden. Sie konnten es kaum glauben, dass der Verunglückte noch lebte. Alle übrigen elf Seeleute waren ertrunken. Harrisons Leben wird nun von einer tiefen Dankbarkeit be­stimmt; denn er ist fest davon überzeugt, dass seine Rettung gottgewollt war. Der oben zitierte Psalmtext trifft auf ihn wortwörtlich zu.

Auch wenn nur ganz wenige von uns auf solch dra­matische Weise Gottes Fürsorge und Schutz erfahren haben - und dafür sei ihm Lob und Dank -, so befin­den wir uns dennoch in einer ähnlich ausweglosen Situation wie Harrison. Wir sind in dieser Welt wie Schiff-brüchige, die sich nach Rettung sehnen. Der tägliche Kampf mit all seinen unterschiedlichen Be­lastungen und Anforderungen zieht uns förmlich auf den tiefen Meeresboden hinab, wo wir - wie in einer Luftblase - eingeschlossen und unfähig sind, uns aus eigener Kraft daraus zu befreien.

Doch es gibt jemanden, der nach dir sucht und der dich retten möchte: Gott. Genauso wie die Taucher nach Harrison gesucht haben, so sucht Gott nach uns ganz persönlich. Er reicht uns seine Hand und möchte uns aus dem tödlichen Wrack befreien.

Ich bin überzeugt, dass niemand von uns, der an Harrisons Stelle gewesen wäre, auch nur eine Sekunde lang gezögert hätte, die Hände der Taucher zu ergrei­fen, um sich retten zu lassen. Wie sieht es mit Gottes Hand aus, die er dir entgegenstreckt? Hab keine Angst, seine Hand zu ergreifen, um dich von ihm ret­ten und dir ein neues Leben schenken zu lassen. „Auch uns, die wir tot waren in den Sünden, [hat Gott] mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden.“ (Eph 2,5)

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