Andachten

Andacht

Andacht 11.05.2017

11. Mai 2017 | Heiner Lachmann

Andacht 11.05.2017

© Foto: adventisten.de

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Philipper 4,6

Heutzutage erlebt man nur noch selten, dass jemand ein Wort des Dankes ausspricht. Aber als Jesus hier auf der Erde unterwegs war, schien dies auch nicht besser gewesen zu sein. Das können wir deutlich erkennen, wenn wir uns mit dem Bericht über die zehn Aussätzigen beschäftigen (Lk 17,11-19). Wurden nicht tatsächlich alle zehn Kranken auf ihre Bitte hin geheilt? Doch wie wenig Dank wurde Jesus dafür zuteil! Nur einer kam zurück, um sich bei ihm zu bedanken. Und das war ausgerechnet auch noch ein Samariter, den Jesus selbst sogar als „Fremden“ bezeichnete. Hatten die anderen denn aus ihrem Leiden nichts gelernt?

Aber nur der Dankende hatte auch einen Gewinn davon. Denn er erlebte nicht nur die Gabe, das heißt die Gesundheit, die er erhalten hatte, sondern er lern­te auch den Geber, Jesus Christus, kennen.

Paulus forderte die Christen auf, ihre Anliegen „mit Danksagung vor Gott kundwerden“ zu lassen. Danken lenkt unser Augenmerk auf Gott und lässt uns unsere Situation, die Zeit und die Welt in einem anderen Licht wahrnehmen. Kann man Dankbarkeit lernen? Ja, ich glaube, dass man das kann. Ich erkann­te dies, als ich eine Erfahrung des evangelischen Pas­tors Friedrich von Bodelschwingh las.

Er erzählte, wie er als junger Krankenpfleger in Be­thel zum ersten Mal eine bestimmte Station betrat und gleich einen Patienten, einen schwerkranken jun­gen Mann, baden sollte. Ein älterer Pfleger schlug bei dem Patienten die Decke zurück. Bodelschwingh erblickte ein wundgelegenes, entsetzlich anzusehen­des Bündel Mensch. Angewidert versorgte er nun den fast nur noch aus Haut und Knochen Bestehenden. Auf einmal reckte der Kranke unübersehbar, ja auffäl­lig den rechten Arm in die Höhe. Was sollte das? Was wollte er? Der erfahrene Pfleger erklärte: „Merken Sie denn nicht, dass der Kranke sich bei Ihnen bedanken will?“ Bodelschwingh bekannte später: „Er, der Kran­ke, war dankbar, und ich musste es durch ihn erst werden. Mir ist Gottes Werk erst an diesem Kranken aufgegangen.“

Dankbar zu sein ist eine Fähigkeit, die für jeden von uns erstrebenswert sein sollte, denn „Danken zu können verändert unser eigenes Leben!“ Danken wir also - Gott und unseren Mitmenschen!

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