Andachten

Andacht

Andacht 10.05.2017

10. Mai 2017 | Roland E. Fischer

Andacht 10.05.2017

© Foto: adventisten.de

Weiter sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Angenom­men, einer von euch hat einen Freund. Mitten in der Nacht sucht er ihn auf und sagt zu ihm: Bitte, leih mir doch drei Brote!“ Lukas 11,5

Einmal hatte ich am späten Abend und mitten auf der Autobahn einen Motorschaden am Motorrad. Ich konnte mich gerade noch auf einen Parkplatz retten. Was tun? In der Nähe wohnte ein Freund von mir. Ich rief ihn an und bat ihn um Hilfe. Er holte mich mit dem Auto ab, versorgte mich und ließ mich bei sich übernachten. Am nächsten Tag konnte ich einen Ab­schleppdienst organisieren. Gut, wenn man Freunde hat, die auch in der Nacht helfen.

Eine ähnliche Geschichte erzählte Jesus. Doch der Freund, der um Hilfe gebeten wird, reagiert gar nicht spontan. Er hat Ausreden: Er sei schon im Bett, die Kinder schliefen schon und überhaupt passe es ihm jetzt nicht. Schließlich hilft er dann doch, aber nur, weil der Bittsteller so anhaltend drängt.

Eine sonderbare Geschichte, vor allem, weil es dabei um ein Gleichnis über das Beten geht. Ist Gott wie dieser „Freund“, der gebeten und gedrängt werden will und dann schließlich wohl oder übel nachgibt? Sicher nicht! In seiner Auslegung machte Jesus deut­lich, dass sich Gott eben nicht wie wir Menschen ver­hält. Und selbst wenn wir Menschen schon gute Ga­ben geben, wie viel mehr dann Gott: „Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel denen den Heiligen Geist geben, die ihn darum bitten.“ (Lk 11,13 NGÜ)

Jesus stellte mit dieser Geschichte also keinen Vergleich zwischen einem Menschen und Gott dar, sondern einen Gegensatz. Gott ist so unvergleichlich anders als wir Menschen. Wenn wir schon auf Bitten reagieren - wenn auch manchmal zögerlich -, wie viel eher und schneller dann Gott!

Das Bitten sollen wir deswegen aber nicht aufge­ben - im Gegenteil: Dreimal lädt uns Jesus dazu ein: Bittet, sucht, klopft an (V. 9). Dreimal verheißt er die Erfüllung der Bemühungen und wiederholt das sogar noch einmal (V. 10). Anhaltendes Bitten ist der menschliche Part des Gebets, fürsorgliches Hören und Erhören der göttliche. Gott ist der liebende Vater, der uns mit der Gabe des Heiligen Geistes alles Nötige für unser geistliches Leben gibt.

Zurück