Andachten

Andacht

Andacht 05.05.2017

05. Mai 2017 | Eli Diez-Prida

Andacht 05.05.2017

© Foto: adventisten.de

Als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude. Lukas 24,51-52

Nichts wie weg von hier! Ich will zurück „nach Hause“, zum Vater! Nichts mehr hält mich hier fest! Ich hätte für solche oder ähnliche Gedanken volles Verständ­nis, denn was Jesus in den letzten Stunden der Passionswoche erleben musste, lässt sich schwer be­schreiben, geschweige denn begreifen. Ob er hin- und hergerissen war? Nach seiner Auferstehung beim ge­liebten Vater und den glücklichen Engeln zu bleiben, war sicher sehr verlockend. Aber der Blick auf seine völlig deprimierten, ja verzweifelten Nachfolger zer­riss ihm das Herz. Er musste zurück zu ihnen!

40 Tage lang blieb der auferstandene Herr noch bei den Jüngern auf der Erde. Es gab viel zu trösten und aufzuarbeiten. Einiges musste wiederholt und vertieft werden. Einmal eröffnete Jesus seinen Jüngern, dass sie nicht reif wären, manches zu verkraften: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.“ (Joh 16,12) Ob er ihnen während dieser 40 Tage, nachdem sie sich vom Schock seiner Kreuzi­gung erholt hatten, etwas „Nachhilfeunterricht“ er­teilte? Um den weiterführenden „Unterricht“ würde sich der Heilige Geist kümmern, der sie „in alle Wahr­heit leiten“ sollte (Joh 16,13).

Diese 40 Tage, um die Jesus seine (endgültige) Rückkehr in den Himmel verschob, sind für mich persönlich ein weiterer Beweis seiner Liebe zu uns Menschen: Er stellte seinen innigen Wunsch hinten­an, um sich um die Menschen zu kümmern, die er gerade teuer erkauft (= erlöst) hatte.

Die 40 Tage vergingen sicher wie im Flug. Dann kam der Tag des Abschieds. So wie ich Jesus durch die Evangelien kennengelernt habe, dürften auch bei ihm Tränen geflossen sein; denn er hatte sie alle ins Herz geschlossen und er liebte sie „bis ans Ende“ (Joh 13,1). Nach den letzten Worten, der letzten Umarmung, dem letzten Segen kehrte er vor ihren Augen zurück zum Vater in den Himmel, um sie nie wieder aus dem fürsorglichen Blick zu verlieren. Im Herzen nahm er sie alle mit.

Wie lässt es sich erklären, dass sie nach diesem Abschied „mit großer Freude“ nach Jerusalem zurück­kehrten? Sein Versprechen, wiederzukommen und sie ebenfalls „nach Hause“ zu holen, beflügelte sie. Dieses Versprechen gilt auch dir und mir!

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