Andachten

Andacht

Andacht 02.05.2017

02. Mai 2017 | Gerhard Zahalka

Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, werde ich antworten; während sie noch reden, werde ich hören. Jesaja 65,24 (Elberfelder Bibel)

Um drei Bildbände auszuleihen, fuhr ich mit dem Fahrrad zur Stadtbücherei, die nur etwa 500 Meter von unserer Wohnung entfernt ist. Als ich mit den Büchern wieder herauskam, war das Fahrrad ver­schwunden. Zu Hause angekommen, kniete ich nieder und bat Gott, er möge den Dieb reuig machen, sodass er das Rad zurückstellen würde. Es war das Fahrrad meiner Frau. Dann fuhr ich mit dem Auto zur Biblio­thek in der Hoffnung, das Rad vorzufinden, aber es blieb verschwunden.

Fünf Minuten später war ich bei der Polizei und meldete den Verlust. Der Beamte notierte die Anzeige. Als ich das Rad beschrieb, unterbrach er mich: „Kom­men Sie mit in den Hof. Wir haben in der Garage etliche Fahrräder stehen.“ Meinen Hinweis, dass ich das Rad erst seit 20 Minuten vermisse, überhörte er anscheinend. Aus einem Nebenraum holte er noch drei Kollegen, bat mich, in den Hof mitzukommen, öffnete dort eine Garagentür und forderte mich auf, nachzusehen, ob unter den etwa 15 Rädern unseres dabei sei. Ich besichtigte die Sammlung und traute meinen Augen nicht: Ganz hinten stand unser Rad! Verblüfft stellte ich es in den Hof und wurde gefragt, ob es komplett sei. „Nein, es fehlt der Einkaufskorb.“ Daraufhin holte einer der Beamten ihn aus dem Strei­fenwagen und stellte ihn mir auf den Gepäckträger.

Ich staunte und wollte nun wissen, wie das zu­gegangen sei. Es stellte sich heraus, dass, bevor ich betete, der Dieb versucht hatte, den verankerten Ein­kaufskorb zu entsorgen. Dabei wurde er von einer Streifenwagenbesatzung beobachtet. Sie nahmen ihn und das Fahrrad gleich mit. Als ich meinen Verlust anzeigte, wurde der Ertappte gerade vernommen.

Dies ist ein Beispiel für die Wahrheit des zitierten Andachtswortes. Gott weiß stets im Voraus, was geschehen wird und worum wir beten werden. Und manchmal hilft er bereits, noch ehe wir unseren Hilfe­ruf verbal formuliert haben. Das kann uns erstaunen, aber Gott ist wie ein guter Vater (lies dazu Mt 7,9-11).

Und wie ein guter Vater erfüllt er nicht alle Bitten seiner Kinder, er erfüllt sie nicht sofort oder er tut es anders, als wir erbeten haben. Aber hin und wieder überrascht er uns auf die geschilderte Weise. Das kann auch heute in deinem Leben geschehen.

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