Andachten

Andacht

Andacht 01.05.2017

01. Mai 2017 | Johannes Fiedler

Andacht 01.05.2017

© Foto: adventisten.de

Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und be­kannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. 1. Timotheus 6,12

Dieses Wort des Apostels Paulus an seinen jungen Mitarbeiter hörte ich das erste Mal an Ostern 1943. Es war der Tag meiner Konfirmation in der Reformier­ten Kirche meiner Heimatstadt. Der Pastor hatte es mir zugesprochen, und seine Worte hallten wider vom hohen Gewölbe der Kirche. Ein bisschen peinlich war es mir schon, solch eine persönliche Aufforderung vor Hunderten Leuten zu hören. „Kampf“ - das war nicht mein Ding, und die Sache mit dem Glauben ließe sich wohl auch auf friedliche Weise regeln. „Ergreife das ewige Leben“ - das hörte sich so nach zupacken und vordrängen an. Das war auch nicht mein Ding. Unsere Mutter hatte uns eingeschärft: „Jungs, haltet euch zurück! Seid nicht ausverschämt!“ So kam es, dass der Bus manchmal an der Haltestelle ohne uns abfuhr, weil andere sich energischer als wir einen Platz er­kämpft hatten und die Türen sich vor uns schlossen.

Aber dann wurde es noch deutlicher mit dem „Er­greifen, wozu du berufen bist“. Das mochte ich schon gar nicht auf mich beziehen; denn ich hatte gut zuge­hört und gelernt: „Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wie wenige sind’s, die ihn finden.“ (Mt 7,14) So unbescheiden war ich nicht, mich zu den wenigen zu rechnen.

Wenn in der Sportstunde die Mannschaften für das Fußballspiel ausgewählt wurden, kam ich zuletzt dran. Nur einmal hatte ich aus Versehen ein Tor ge­schossen. Da war ich beim nächsten Spiel erste Wahl. Aber das kam nicht wieder vor. Also was sollte Gott mit einem Mann, der keine Tore schießt!

Nur den letzten Satz in dem Text konnte ich erleichtert abhaken: „... und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.“ Damit waren wohl die Prüfungsfragen gemeint, die der Pastor uns ge­stellt und die ich vor vielen Zeugen richtig beantwor­tet hatte.

Erst in späteren Jahren merkte ich, dass Gott mich tatsächlich mit dem Text gemeint hatte, den der Pas­tor mir zugesprochen hatte. Und ähnlich wie Timo­theus, brauchte auch ich immer wieder Ermutigung: „So sei nun stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christus Jesus.“ (2 Tim 2,1) Danke, Jesus, dass du mich jeden Tag mit deiner Kraft ausrüstest, um dir zu dienen und das ewige Leben zu ergreifen. Danke für deine Gnade!

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