Glauben beginnen

Warum glauben?

Warum Glauben?

Blick ins Weltall

© Foto: Frank Steinke | churchphoto.de

Um seinen Glauben und seine Überzeugungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen und alles Unglaubwürdige und Unrichtige auszumerzen, wandte der französische Philosoph René Descartes (1596-1650) den so genannten „methodischen Zweifel“ an. Auf diesem Weg kam er zu einer Erkenntnis, die er als absolut unzweifelhaft ansah: „Ich denke, also bin ich.“ Wer über sich und seine Welt nachdenkt, muss offenbar existieren. Descartes war nicht der erste, der zu diesem Schluss kam. Schon Augustin von Hippo (354-430) hatte geschrieben: „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich).

Jeder Mensch glaubt etwas. So wie unser Verstand uns zu bestimmten Erkenntnissen führt, die wir für unbestreitbar halten, so hat auch der Glaube die Eigenschaft, Überzeugungen hervorzurufen, die für den, der glaubt, zur Gewissheit werden. Dabei sind es keineswegs nur religiöse Menschen, die eine Form von „Glauben“ praktizieren. Es gehört zu unserem Menschsein an sich, dass wir an vieles glauben – ja, glauben wollen –, das wir nicht in Frage stellen (lassen). Wir glauben an die grosse Liebe, an eine sichere Landung, an die Ehrlichkeit unserer Freunde, an uns selbst, an eine bessere Zukunft, an Gott …

Unglaube – die andere Seite des Glaubens

Ohne zu glauben, kann man eigentlich gar nicht existieren. Ohne Glauben gibt es keine wirkliche Hoffnung, keine echte Liebe, kein menschenwürdiges Dasein. Solange wir glauben, so lange leben wir. „Ich glaube, also bin ich.“ Wer ohne Glauben leben will, schadet sich selbst – und täuscht sich selbst. „Man glaubt nicht, wie viel man glauben muss, um ungläubig zu sein“, sinnierte Michael Kardinal von Faulhaber (1869-1952), der dem Naziregime mutig die Stirn bot.

Glaube und Unglaube scheinen Gegensätze zu sein, in Wirklichkeit jedoch sind sie sich ähnlicher, als man vermuten könnte. So lässt sich beispielsweise Gottes Existenz nicht beweisen, man muss daran glauben. Doch ebenso wenig kann man seine Nichtexistenz nachweisen. Dass es Gott (nicht) gibt, ist keine Frage des Wissens oder der Wissenschaft, sondern des Glaubens. Unglaube ist gewissermassen eine negative Form von Glauben.

Christen glauben, dass es hinter den sichtbaren Dingen eine unsichtbare Wirklichkeit gibt, die unsere Welt umschliesst. In ihr wohnt Gott, der uns liebevoll zugewandt ist, durch das Leben begleitet und eine bessere Zukunft ermöglicht.

Glaube kann "Berge" versetzen

Eiger und Mönch, Berneroberland

© Foto: Paul G. Wiesenberg | churchphoto.de

Auf die Frage „Was ist nun also der Glaube?“ antwortet die Bibel: „Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung, dass das, was man nicht sieht, existiert.“ (Hebräer 11,1 NL)

Wer Glauben wagt, sein Vertrauen nicht aufgibt, die Hoffnung nicht verliert, mag dennoch manche Enttäuschungen im Leben erfahren, er oder sie wird aber auch belohnt. Glaube kann Berge versetzen, unüberwindlich scheinende Hindernisse wegräumen, Unmögliches möglich machen. Dies gilt umso mehr, wenn der Glaube den begrenzten menschlichen Horizont sprengt und sich in der grösseren göttlichen Wirklichkeit verankert.

Nach dem Scheitern des atheistischen Sozialismus im 20. Jahrhundert wurde deutlich, dass sich Religion und Glaube weder durch ideologische Umerziehung noch durch staatliche Repressalien beseitigen lassen. Die Sehnsucht nach Gott hat sich als nachhaltiger und lebensfähiger erwiesen als die Utopie eines religionslosen Zeitalters. Auch in den westlichen Ländern haben Religion und Spiritualität wieder Konjunktur – von anderen Kulturen und Regionen der Welt ganz zu schweigen. Auf den vermeintlichen „Tod“ Gottes folgte die „Auferstehung“ des Glaubens, die vernunftgeleitete Moderne wurde abgelöst von der erfahrungsorientierten Postmoderne. Der Glaube ist tot – es lebe der Glaube!

Auf die Frage „Ist da jemand?“ antworten die meisten Menschen mit einem verhaltenen „Irgendetwas muss es geben …“ wenn nicht sogar mit einem klaren „Ja, es gibt jemanden!“ Adventisten sind davon überzeugt, dass dieser „Jemand“ einen Namen hat und sich den Menschen in Jesus von Nazareth sicht- und erfahrbar gemacht hat.

Kann man Gott beweisen?

Wie kann ich zum Glauben an Gott finden?

Wie kann ein Jugendlicher zum Glauben finden?

Wie kann ich im Glauben weiterkommen?

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