28 Glaubensüberzeugungen

28. Die neue Erde

Die neue Erde

Auf der neuen Erde, in der es endlich Gerechtigkeit gibt, wird Gott eine ewige Heimat für die Erlösten schaffen, eine vollkommene Welt des ewigen Lebens, der Liebe, der Freude und der wachsenden Erkenntnis in seiner Gegenwart. Gott selbst wird unter seinem Volk wohnen. Leid und Tod werden nicht mehr sein. Der grosse Kampf ist zu Ende. Nie mehr wird es Sünde geben. Alles, das Belebte und das Unbelebte, wird davon künden, dass Gott Liebe ist. Er wird in Ewigkeit regieren. Amen.
(Jes 35; Jes 65,17–25; Mt 5,5; 2 Petr 3,13; Offb 11,15; Offb 21,1-7; Offb 22,1-5)


| Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten, Nr. 28

© Foto: anja lehmann | churchphoto.de

„Siehe, ich mache alles neu!“

Wie aber sieht es im Himmel wirklich aus? Die Bibel sagt eigentlich recht wenig über das Jenseits und das Danach – das meiste davon in verschlüsselten Bildern und Symbolen, die nicht immer wörtlich zu nehmen sind. Was lässt sich also wirklich darüber sagen, wie es im Himmel einmal sein wird? Das Problem fängt schon mit dem Wort „Himmel“ an. Die meisten Gläubigen stellen sich darunter einen Ort irgendwo im fernen Weltall vor, viele Lichtjahre entfernt.

Doch diese Vorstellung entspricht nur bedingt der biblischen Sicht und steht teilweise sogar im Widerspruch zu ihr. Gottes Verheissungen an die Glaubensväter des Volkes Israel waren jedenfalls ganz irdischer Art. Ein Land sollten sie besitzen und zum grossen Volk sowie zum Segen für die anderen Völker werden. Auch als Jesaja später von einem neuen Himmel und einer neuen Erde in prophetischer Schau sprach, verband er damit ganz weltliche Vorstellungen wie den Bau von Häusern, das Pflanzen von Weinbergen und das Weiden von Viehherden in einem fruchtbaren Land (Jesaja 35; 65; 66). Im alten Bund warteten die Gläubigen von Abraham bis Zephania auf die von Gott in Aussicht gestellte Heimat auf einer erneuerten Erde.

So war es auch zur Zeit Jesu. Das „Himmelreich“, von dem er immer wieder redete, bezeichnete nicht einen fernen Ort im Jenseits, sondern Gottes Herrschaft hierauf dieser Erde, also kein Reich im Himmel, sondern das Reich der Himmel. Das aber soll hier auf der Erde errichtet werden. „Dein Reich komme!“ beten wir im Vaterunser und fügen verdeutlichend hinzu: „Dein Wille geschehe auf Erden wie (er) im Himmel (geschieht)!“

In den Seligpreisungen der Bergpredigt wird den geistlich Armen sowie den um ihres Glaubenswillen Verfolgten das „Himmelreich“ versprochen, den Sanftmütigen dagegen das „Erdreich“ (Matthäus 5,3.5.10). Dabei handelt es sich nicht um zwei verschiedene Herrschaftsbereiche Gottes, sondern um die eine neue Welt, die er verheissen hat. Schliesslich kommt „die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab“ auf diese Erde (Offenbarung 21,2).

Unser Heil liegt also nicht darin, dass wir in den Himmel kommen, sondern dass Gott auf diese Erde kam und noch einmal – für immer – zu uns kommen wird.

.. aber es kommt (gewiss)!

Trotz allem Nichtwissen über das Wie und Was der neuen Welt macht die Bibel doch einige konkrete Aussagen, die uns Antwort geben auf grundsätzliche Fragen. So wird es entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung zwar ewiges Leben, aber keine ewig brennende „Hölle“ geben. Mit diesem oft missverstandenen Wort übersetzte Luther drei griechische Begriffe: Hades, Tartaros und Gehenna. Sie bezeichnen den gegenwärtigen Aufenthaltsort der Toten (d. h. das Grab) und der gefallenen Engel sowie den Ort des letzten Gerichts. Auf der neuen Erde wird es jedoch keinen Tod – nicht einmal Spuren davon – mehr geben (Jesaja 25,8; 1 Korinther 15,26; Offenbarung 20,14; 21,4).
In Anspielung an den „Garten Eden“ (1 Mose 2,15) wird sie deshalb auch das „Paradies“ genannt (Offenbarung 2,7). Mit der neuen Schöpfung stellt Gott die Vollkommenheit der ursprünglichen Schöpfung wieder her – ja, er übertrifft diese sogar noch.

Gottes Zelt ist unter uns

Das ist das Allerschönste an der verheissenen Zukunft: dass wir bei unserem Erlöser und Freund Jesus Christus sind und uns seiner unmittelbaren Gegenwart erfreuen dürfen.

Wenn Gott sein „Zelt“ unter uns errichtet und für immer bei uns wohnt (Offenbarung 21,3; vgl. 2 Mose 25,8), dann gewinnt das geflügelte Wort von der „ewigen Heimat“ einen neuen, tiefen Sinn. Nur wer bei Gott selbst angenommen und angekommen ist, ist wirklich und für immer zu Hause.

Gottes Reich ist ein Reich der Liebe und des Friedens. Seine Herrschaft bedeutet nicht Unterdrückung, sondern Freiheit. Seine Regierung bringt nicht Willkür und Gewalt, sondern Gerechtigkeit. „Gott hat uns einen neuen Himmel und eine neue Erde versprochen. Dort wird es kein Unrecht mehr geben, weil Gottes Wille regiert. Auf diese neue Welt warten wir.“ (2 Petrus 3,13 GNB)

Wer wollte sich nicht schon heute auf die bevorstehende Erfüllung dieser größten aller Verheißungen Gottes freuen: „Siehe, ich mache alles neu!“? (Offenbarung 22,5)

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