28 Glaubensüberzeugungen

27. Das Millenium und das Ende der Sünde

Das Millenium und das Ende der Sünde

Das Millennium umfasst die tausend Jahre zwischen der ersten und zweiten Auferstehung, in denen Christus mit seinen Heiligen im Himmel herrscht. Während dieser Zeit wird über die nicht erlösten Toten Gericht gehalten. Die Erde befindet sich in einem verwüsteten Zustand; kein Mensch lebt darauf, nur Satan und seine Engel. Am Ende der tausend Jahre kommen Christus und seine Heiligen sowie die Heilige Stadt vom Himmel zur Erde herab. Dann werden die Ungerechten aus dem Tod auferweckt. Mit Satan und seinen Engeln werden sie die Heilige Stadt belagern. Aber Feuer von Gott wird sie verzehren und die Erde reinigen. So wird das Universum auf ewig von Sünde und Sündern befreit.
(Jer 4,23–26; Hes 28,18–19; Mal 3,19; 1 Kor 6,2–3; Offb 20; Offb 21,1-5)


| Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten, Nr. 27

© Foto: Anke Uhlmann | churchphoto.de

Das Millennium bringt die lang ersehnte Wende

Die Geschichte ist an Dramatik kaum zu überbieten. Sie könnte geradezu als Vorlage für eine Verfilmung dienen, die die Zuschauer in atemlose Spannung versetzt: Hier der gütige und gerechte Herr des Lichts mit seinen treuen Untertanen, dort der skrupellose und brutale Herrscher der Finsternis mit seinen Komplizen. Ob als verführerische Schlange, engelgleiche Lichtgestalt oder furchterregender Drache – stets ist es sein Ziel, die Bewohner des Planeten zu verführen und zu vernichten, zu täuschen und zu töten.

Doch dann kommt alles ganz anders. In kürzester Zeit fällt sein Herrschaftssystem wie ein Kartenhaus in sich zusammen, das globale Netzwerk der Rebellion zerreisst so plötzlich und vollständig wie ein Spinnennetz durch eine gezielte Handbewegung. Über Nacht ist sein unheilvolles Werk zerstört, alle unterstützenden Systeme sind weggebrochen. Jetzt ist die Stunde gekommen, in der sich das Blatt endgültig wendet und sich ein glückliches Ende im Krieg der Sterne abzeichnet.

Was sich wie eine spannende „Science Fiction“-Geschichte liest, ist in Wirklichkeit die bildhafte Beschreibung der Bibel von der kosmischen Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis, Gott und Satan.
Ihre letzte Phase wird von Johannes in prophetischer (Vor-)Schau beschrieben: „Dann sah ich einen Engel aus dem Himmel herabkommen, der den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette in der Hand hatte. Er packte den Drachen – die alte Schlange, den Teufel, Satan – und legte ihn für tausend Jahre in Ketten. Der Engel warf ihn in den Abgrund und verschloss und versiegelte ihn, sodass Satan die Völker bis zum Ablauf der tausend Jahre nicht mehr verführen konnte.“ (Offenbarung 20,1-3 NL) 

Ein Sabbat für die Welt

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das Blatt ein für allemal wendet und die Geschichte dieser Welt – trotz allem Schönen eine Geschichte von unsagbarem Leid, himmelschreiendem Unrecht und menschenverachtender Gewalt – zu Ende geht und einer neuen, besseren Welt Platz macht. Es ist Zeit für die lang ersehnte Wende der Geschichte, die Unheil beendet und das Gute vollendet  – Zeit für das „Millennium".

Das Wort „Millennium“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „tausend Jahre“ (mille anni); es bezeichnet den Zeitraum der Gefangenschaft Satans in seinem endzeitlichen Verlies. Angesichts der symbolgeladenen Sprache der Offenbarung stellt sich die Frage, wie diese tausend Jahre zu verstehen sind. Steckt dahinter vielleicht ein tieferer Sinn? Es scheint so.

Im zeitgenössischen Judentum wie auch bei christlichen Bibelauslegern gab (und gibt) es nämlich die Vorstellung von einer „Weltenwoche“, in der ein Tag tausend Jahren entspricht (Psalm 90,4; 2 Petrus 3,8).
Nach 6000 Jahren wechselvoller Menschheitsgeschichte, die den ersten sechs Schöpfungstagen entsprechen, folgt das siebte Jahrtausend, der „Weltensabbat“. In dieser Zeitkommt die gesamte Schöpfung zur Ruhe; das vergebliche Mühen und rastlose Streben des Menschen endet; die ausgebeutete und geplagte Welt kann endlich aufatmen.

Auszeit – Bedenkzeit –Wendezeit

Nach der Wiederkunft Jesu, dem Tod der Gottlosen und der Entrückung der Gläubigen hat Satan, die personifizierte Gestalt des Bösen, während des Millenniums ausreichend Zeit und Gelegenheit, um über die irregeleiteten Motive und die unübersehbaren Auswirkungen seiner Rebellion nachzudenken – offenbar ohne nachhaltigen Erfolg, wie der erneute Versuch eines Umsturzes am Ende des Millenniums deutlich macht.
Satan und seine Anhänger haben den „point of no return“ überschritten, von dem ab eine wirkliche Umkehr nicht mehr möglich ist. Während Satan erzwungenermassen in Untätigkeit verharrt – es gibt schliesslich niemanden mehr, den er jetzt noch verführen könnte –, befinden sich die auferstandenen und verwandelten Gläubigen bei Gott im „neuen Jerusalem“ (Offenbarung 20,9; 21,2), um am Endgericht teilzunehmen, in dem der himmlische Richter seine gerechten Urteile vor dem gesamten Universum offenlegt (Offenbarung 20,4-6).

Das Spiel ist aus!

Was am Ende der tausend Jahre geschieht, kann das Erreichte nicht mehr gefährden oder gar rückgängig machen. Mit der Auferstehung der Gottlosen und dem Erscheinen des neuen Jerusalems – Sinnbild für die vollendete (Braut-) Gemeinde (Offenbarung 21,9.12.13) – bietet sich Satan eine letzte Gelegenheit, sein wahres Gesicht zu zeigen und seine Verführungskunst zu beweisen.

Die Offenbarung beschreibt den letzten Generalangriff gegen Gott und seine Herrschaft in Bildern, die alttestamentlichen Visionen über Israels Zukunft entnommen sind (Hesekiel 33-37; 38-39; Sacharja 14,1ff.). Doch während bei Sacharja der Ansturm der Völker gegen Jerusalem zur Eroberung der „geliebten Stadt“ und erst einige Zeit später zu ihrer Befreiung führt, haben die Angreifer jetzt nicht den Hauch einer Chance. Das Feuer, das sie verzehrt, reinigt die Erde endgültig von allen Spuren der Sünde. Der Widersacher Gottes hat endgültig und für immer verspielt (Offenbarung 20,7-10; 2 Petrus 3,10-13).

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